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Wegen langer Arbeitszeiten sterben jährlich Hunderttausende Menschen

Die WHO und die Internationale Arbeitsorganisation der UN
haben in ihrer aktuellen Studie herausgefunden, welche schwerwiegenden Folgen
lange Arbeitswochen für Beschäftigte haben können. Eine halbe Milliarde Menschen
sind derzeit weltweit von diesem Risiko betroffen.

Eine halbe Milliarde Menschen arbeiteten im Jahr 2016 mehr als 55 Stunden pro Woche. (Foto: arrowsmith2_Adobe Stock)
Eine halbe Milliarde Menschen arbeiteten im Jahr 2016 mehr als 55 Stunden pro Woche. (Foto: arrowsmith2_Adobe Stock)

Mehr als 745.000 Menschen sind im Jahr 2016 weltweit an den Folgen
langer Arbeitszeiten gestorben. Das geht aus einer nun veröffentlichten
Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation und der Internationalen
Arbeitsorganisation der UN (ILO) hervor. Im besagten Jahr haben global rund 488
Millionen Menschen länger als 55 Stunden pro Woche gearbeitet. Und das hatte verheerenden
Folgen für ihre Gesundheit. Durch die langen Arbeitszeiten haben sie nach
Einschätzung der Studienverfasser zusammen rund 23,3 Millionen gesunde
Lebensjahre verloren im Vergleich zu Beschäftigten, die 35-40 Stunden pro Woche
arbeiten. Denn die langen Arbeitszeiten führten oftmals zu Herzerkrankungen und
Schlaganfällen.  

Für Ihre Studie analysierten die Wissenschaftler von WHO und
ILO zahlreiche Untersuchungen und Daten aus den Jahren 1980 bis 2016. Dabei
fanden sie auch heraus, dass Menschen, die mehr als 55 Stunden pro Woche
arbeiten, einem 35 Prozent höherem Risiko ausgesetzt sind, einen Schlaganfall
zu haben und mit einer 17 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit an einer
Herzerkrankung sterben.

Immer mehr Tote aufgrund von langen Arbeitszeiten

Dies ist auch problematisch, da die Zahl der lange
Arbeitenden in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Von 2000 bis 2016 stieg zudem
die Zahl der Todesfälle als Folge langer Arbeitszeiten um rund 29 Prozent an. 2016
gab es rund 398.000 Schlaganfallpatienten und etwa 347.000 Patienten mit einer
Herzerkrankung, die nicht nur an der jeweiligen Krankheit starben, sondern
zuvor einmal für einen längeren Zeitraum mehr als 55 Stunden pro Woche
gearbeitet hatten.

“Kein Job ist es wert, dafür eine Herzerkrankung oder einen
Schlaganfall in Kauf zu nehmen”, lässt sich Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor,
zitieren. “Regierungen, Arbeitnehmer und Beschäftigte müssen gemeinsam
Arbeitszeitlimits festlegen, um die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen.” Die
Studienverfasser empfehlen, dass sich zwei Beschäftigte eine Stelle teilen,
damit eine einzelne Person nicht mehr 55 Stunden plus pro Woche arbeiten muss,
um ihre oder seine Aufgaben erledigen zu können. Hier geht’s zur vollständigen Studie.