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Agilität oder schon Dexterity?

Mehre bunte Kreisel
Sind nur einzelne Tools agil oder die gesamte Organisation?
Foto: © Rainer/StockAdobe

Die meisten Unternehmen haben bereits Erfahrung mit agilen Methoden und Tools. 55 Prozent und damit gut jede zweite Firma verspricht sich davon, sich besser den Erfordernissen einer zunehmend volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen Welt anpassen zu können. Rund ein Viertel (27 Prozent) erwartet dadurch einen größeren Geschäftswert. Jeweils 18 Prozent erhoffen sich, eine Stagnation im Business zu überwinden, ihre Wettbewerbsposition zu sichern oder alte Strukturen aufzubrechen. Außerdem wollen 14 Prozent der Unternehmen Silo-Denken überwinden. Allerdings hat erst jedes fünfte Unternehmen agile Ansätze ganzheitlich im täglichen Denken und Tun verankert. Damit seien erst wenige Firmen zu wirklichen Veränderungen im Sinne einer Organizational Dexterity bereit. Zu dem Schluss kommt die Studie “Auf dem Sprung – Wege zur Organizational Dexterity” von Capgemini Invent. Dafür wurden 1135 Unternehmensvertreter verschiedenster Branchen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Spanien, den USA, Australien, China und Indien befragt.

Unterschiedliche Reifegrade von Dexterity

Die Studie unterscheidet zwischen drei Reifegraden der Dexterity. Danach stehen rund 25 Prozent der befragten Unternehmen noch am Anfang der agilen Transformationen, der Experimental Phase. 54,5 Prozent befinden sich in der Probational Phase, die bereits Veränderungen im Mindset mitbringe und 20,4 Prozent seien schon in der Establishment Phase und hätten in entscheidenden Bereichen Arbeitsweisen etabliert, die die Teams flexibel und agiler werden lässt. Die deutschen Unternehmen bewegen sich hinsichtlich des Reifegrads von Dexterity im vorderen Mittelfeld. Unternehmen mit einem hohen Grad an Organizational Dexterity sind laut Studie wirtschaftlich erfolgreicher und haben zufriedenere Mitarbeiter. Außerdem verfügten sie über eine hohe digitale Kompetenz und seien Vorreiter, wenn es um die “Automatisierung der Belegschaft” (Workforce Automation) gehe.

Wichtigste Erfolgsfaktoren: Unternehmenskultur und Führung

Die Studie identifiziert acht Hebel, die die Transformation zu mehr Dexterity voranbringen: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der anpassungsfähigsten Unternehmen führen ihr Ergebnis eindeutig auf den Kulturwandel zurück. Knapp zwei Drittel (64 Prozent) begründen ihren Gewinn an Anpassungsfähigkeit durch das Verhalten und Rollenverständnis von Führungskräften und Mitarbeitern. In knapp jeder zweiten Organisation (45 Prozent) gaben veränderte Prozesse den Ausschlag. Die weiteren Faktoren sind Datenkompetenz sowie die Bereiche Governance, Struktur, Arbeitsumfeld und Ökosystem.

Die komplette Studie kann > hier heruntergeladen werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.