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Homeoffice – einige Vor- und Nachteile

gestresste Frau mit Laptop und Unterlagen arbeitet im Wohnzimmer
80 Prozent der Deutschen, die wegen Corona im Homeoffice sind, arbeiten mehr als vor der Krise.
Foto: © JenkoAtaman-stock.adobe.com

Von März bis Juni 2020 gab es weltweit 60 Prozent mehr Suchanfragen von Jobsuchenden für Fernarbeit. In Deutschland wurde im Juni 2,18 Mal mehr nach Homeoffice-Jobs gesucht und die Zahl der Bewerbungen für solche Stellen war um 84 Prozent gestiegen. Gleichzeitig boten Unternehmen von März bis Juni dreimal so viele Homeoffice-Jobs an wie vor der Corona-Krise. Das geht aus einer Analyse der Stellenausschreibungen auf > Linkedin hervor. Linkedin schließt daraus, dass Unternehmen nun tradierte Nine-to-five-Arbeitsformen überdenken und dass das Homeoffice auch nach der Krise unser zweiter Arbeitsplatz bleiben wird.

Vor allem jüngere Berufstätige vermissen bei der Arbeit zuhause ihre Kollegen

Linkedin hat außerdem eine weltweite Studie zu Stellenausschreibungen und mentaler Gesundheit innerhalb des Netzwerks durchgeführt, an der in Deutschland 2000 Arbeitnehmer und Unternehmern teilgenommen haben. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit von zuhause aus für Mitarbeiter sowohl negative als auch positive Aspekte mit sich bringt. Zu den negativen Auswirkungen zählt, dass gut vier von zehn der deutschen Homeworker (43,3 Prozent) ihre Kollegen vermissen – unter den Berufseinsteigern ist es sogar mehr als die Hälfte (53,3 Prozent). Rund jeder fünfte Befragte (19,52 Prozent) fühlt sich unter Druck gesetzt, E-Mails schneller beantworten zu müssen. Außerdem gab die Mehrheit der Deutschen (80 Prozent) an, in der Krise Mehrarbeit zu leisten – fast 30 Prozent von ihnen täglich sogar vier oder mehr Stunden. Da diese Faktoren Ursachen für Unzufriedenheit sein können, müssten Arbeitgeber mehr denn je ein Gemeinschaftsgefühl schaffen und Vertrauen vermitteln, so Linkedin.

Positiver Effekt im Homeoffice: mehr Zeit für die Familie

Die Befragung zeigt neben den Herausforderungen auch positive Aspekte der Heimarbeit, die auch in Zukunft eine Rolle spielen, heißt es. So gaben 44,9 der hiesigen Studienteilnehmer an, dass sie mehr Zeit mit der Familie verbracht haben. 28,4 Prozent der Frauen sagen, dass sie sich im Homeoffice gesünder ernähren; bei den Männern sind es 22 Prozent. Außerdem machen 30,5 Prozent der 24- bis 35-Jährigen mehr Sport. Laut Linkedin werden Unternehmen, die eine gute Work-Life-Balance bieten und sich um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, künftig gefragter sein.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.