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Zufriedenheit der Deutschen so hoch wie nie seit der Wende

Cover des Glücksatlas 2019 der Deutschen Post
Laut dem aktuellen Glücksatlas erreicht die Zufriedenheit der Bundesbürger ein Rekordhoch.
Foto: Deutsche Post

Auf einer Skala von null bis zehn erreicht die Lebenszufriedenheit der Bundesbürger laut dem Glücksatlas 2019 einen Wert von 7,14. Das ist die höchste Punktzahl seit 1989. Im letzten Jahr lag der Wert noch 7,05 Punkten. In Ostdeutschland stieg die Zufriedenheit auf sieben Punkte, das ist der höchste Wert seit der Wende. Die Differenz zur westdeutschen Zufriedenheit verringerte sich auf 0,17 Punkte gegenüber 0,20 in 2018. Der Glücksatlas untersuchte bereits zum neunten Mal die Lebenszufriedenheit der Deutschen. Die aktuellen Daten stammen aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) sowie einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Frühsommer 2019 unter 5001 repräsentativ ausgewählten Teilnehmern ab 16 Jahren. Wissenschaftlicher Leiter der Studie war Professor Dr. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Universität Freiburg.

Zum Spitzenwert in der Zufriedenheit tragen die anhaltend gute Beschäftigungslage und die positive Entwicklung der Haushaltseinkommen bei sowie eine solide Robustheit der Bevölkerung gegenüber medialen Schlechtwettermeldungen,

erklärt Raffelhüschen das Studienergebnis.

Schleswig-Holsteiner am glücklichsten, Brandenburger am unzufriedensten

Die Auswertung nach Regionen zeigt, dass die Menschen in Schleswig-Holstein am zufriedensten sind – wie bereits seit 2013. Dort erreicht der Glückslevel 7,44 Punkte. Platz zwei belegt erstmals Hessen, wo die Lebenszufriedenheit im Vergleich zu 2018 um 0,04 Punkte auf 7,31 Punkte anstieg. Hamburg fällt mit 7,27 Punkten auf den dritten Platz zurück. Im Mittelfeld befinden sich, mit geringem Abstand voneinander, weitere westdeutsche Regionen. Unterdurchschnittlich zufrieden sind die Menschen in der Region Niedersachsen/Nordsee, dort wird mit lediglich 7,18 Punkten Platz elf von 19 untersuchten Regionen erreicht. In Ostdeutschland leben die glücklichsten Menschen in Thüringen mit einem auf 7,09 Punkte gestiegenen Zufriedenheitsgrad. In Sachsen wurden 6,98 Punkte erreicht; im vergangenen Jahr waren es erst 6,91. In Mecklenburg-Vorpommern ging die Zufriedenheit auf 6,87 Punkte zurück, das entspricht dem vorletzten Platz im Glücksranking. Brandenburg bleibt mit nur 6,76 Punkten wie schon im Vorjahr das Schlusslicht.

Männer und Frauen im Team erhöhen die Arbeitszufriedenheit

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Glücksatlas lautet Gender Diversity und Geschlechtergerechtigkeit. Dafür befragte Dr. Robert Grimm vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos, der neben Raffelhüschen die wissenschaftliche Leitung des Glücksatlas innehatte, in diesem Frühsommer 2000 Deutsche zwischen 18 und 65 Jahren dazu, welchen Einfluss ihre Erfahrungen mit Gender Diversity auf ihre Lebenszufriedenheit, bei der Arbeit und in der Familie haben. Zwei Drittel der befragten Beschäftigten – sowohl Frauen als auch Männer – gaben an, dass sich das Arbeiten in diversen Teams positiv auf ihre Arbeitszufriedenheit auswirkt. 42 Prozent sind der Meinung, dass sich dadurch das Arbeitsklima verbessert, 31 Prozent finden, dass sich die Kreativität erhöht. In Unternehmen, die dem Thema Geschlechtergerechtigkeit aufgeschlossen gegenüberstehen, sind die Mitarbeiter laut der Studie nachweislich zufriedener. Auch familienfreundliche Angebote des Arbeitgebers führen zu mehr Zufriedenheit. 22 Prozent der Berufstätgen, deren Unternehmen am Arbeitsplatz mindestens eine familienfreundliche Leistung anbietet, sind mit ihrem Arbeitsleben sehr zufrieden. Bei den Mitarbeitern, die keine Auswahl haben, sagen dies nur 15 Prozent.

Jeder zweite Bundesbürger erwartet mehr Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter

Insgesamt nehmen 45 Prozent der befragten Beschäftigten konkrete Aktivitäten ihrer Unternehmen für mehr Gleichstellung wahr und begrüßen diese auch. Jede vierte Frau (25 Prozent) und jeder sechste Mann (16 Prozent) finden jedoch, dass sie schlechtere Aufstiegschancen als Kollegen des jeweils anderen Geschlechts haben. 59 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer sind der Meinung, dass in unserer Gesellschaft mehr für die Gleichstellung von Frauen und Männern getan werden sollte.

Weitere Informationen zum Glücksatlas gibt es > hier.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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