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Lockdown trifft auch Personaldienstleister massiv

Mann mit Mundnasenschutz hält abfallende Kurve in den Händen
Infolge der Corona-Krise verzeichnen Personaldienstleister Umsatzeinbußen von fast 50 Prozent.
Foto: © natali_mis-stock.adobe.com

Der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (> BAP) hat unter seinen Mitgliedern im April eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Dienstleister sichtbar unter den Folgen des Lockdowns leiden. Zum Zeitpunkt der Befragung hatten bereits fast drei Viertel der Firmen (73,5 Prozent) Kurzarbeit eingeführt, um den Auswirkungen der Krise zu begegnen. Weitere 14 Prozent der Unternehmen gaben an, die Einführung von Kurzarbeit zu planen. Lediglich 12,5 Prozent wollten nicht auf dieses Instrument zurückgreifen.

Insgesamt 87,5 Prozent der Personaldienstleister berichten von Kurzarbeit

Bei den Personaldienstleistern, die bereits auf Kurzarbeit umgestellt hatten, war im Schnitt ein knappes Drittel (31 Prozent) der Mitarbeiter davon betroffen. Bei ebenso vielen Unternehmen (31,5 Prozent) waren sogar zwischen 50 und 100 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit.

BAP-Verbandsmitglieder erwarten Halbierung der Umsätze

Infolge der Krise und des verringerten Arbeitsvolumens gingen auch die Umsätze der Personaldienstleister zurück. Die Verbandsmitglieder gaben einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 49,5 Prozent an. Fast 20 Prozent der Unternehmen rechneten sogar mit  Umsatzeinbußen von 80 bis 99 Prozent. Von einem vergleichsweise geringen Umsatzeinbruch in Höhe von maximal 20 Prozent berichteten lediglich 6,3 Prozent der Befragten.

Höchstüberlassungsdauer für Leiharbeiter wird als zusätzliche Restriktion empfunden

Die Personaldienstleister gaben an, als finanzielle Maßnahmen zur Bewältigung der Krise unter anderem das KuG, KfW-Kredite oder Stundungsmöglichkeiten zu nutzen. Außerdem betrachten sie es laut Studie als dringend notwendig, Anpassungen im regulatorischen Umfeld vorzunehmen. Insbesondere die 18-monatige Höchstüberlassungsdauer für Zeitarbeitnehmer in Kundenunternehmen sei aus ihrer Sicht eine wesentliche Restriktion, so der BAP. Wenn den Kundenbetrieben jetzt Zeitarbeiter entzogen würden, verlören sie wichtiges Know-how. Gleichzeitig könnten sie die Mitarbeiter nicht übernehmen, da sie selbst in Kurzarbeit seien und es entstehe eine “Lose-lose-Situation”.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.