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Schwere Zeiten auch für Praktikanten

Jugendliche auf der Straße mit Mundnasenschutz
Quo vadis, Jugend? Lockdowns erschweren nicht nur Ausbildung und Studium, sondern machen oft auch Praktika unmöglich.
Foto: © loreanto-stock.adobe.com

Die Praktikumsbörse > Praktikumsstellen.de hat die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Angebot an freien Praktikumsplätzen anhand seiner Daten untersucht. Die Analyse zeigt, dass die Zahl freier Praktikumsstellen im letzten Jahr stark zurückgegangen ist und das Angebot im Vergleich zu allgemeinen Stellenausschreibungen am stärksten von den Corona-bedingten Einschränkungen betroffen ist.

Einbruch an Praktikumsstellen zwischen einem Drittel und der Hälfte

Mitte März 2020 ging die Zahl an Praktikumsangeboten deutlich zurück. Seit Juli erhöhte sich die Anzahl freier Stellen wieder etwas. Insgesamt verzeichnete die Praktikumsbörse letztes Jahr einen Rückgang der Job um etwa 30 bis 35 Prozent, also rund ein Drittel. Zwischenzeitlich brach das Angebot an Praktikanten- und Studentenjobs um circa die Hälfte ein. Auch die Suchanfragen von Schülern und Studenten hatten im Frühjahr des letzten Jahres stark abgenommen. Die Praktikumsbörse vermutet, dass die jungen Menschen in der Zeit des ersten Lockdowns nur geringe Erwartungen hatten, überhaupt einen Praktikumsplatz zu finden. Erst im Sommer sei eine Art Aufholeffekt durch verstärkte und verzweifelt scheinende Suchanfragen sichtbar geworden.

Stärkster Rückgang an Praktikantenjobs in Dortmund, Frankfurt und Berlin

Ein Vergleich der Regionen zeigt, dass es zum Teil erhebliche Unterschiede betrifft, was den Rückgang des Angebots an Praktikumsstellen betrifft. Im Vergleich der Jahre 2020 und 2021 nahm die Zahl der Jobs in Dortmund um 57 Prozent und damit am stärksten ab, gefolgt von Frankfurt am Main (minus 49 Prozent) und Berlin (minus 48 Prozent). Die geringsten Rückgänge gab es in Dresden (minus 23 Prozent), Leipzig und Köln (jeweils minus 18 Prozent).

Kaum bis keine Praktikantenstellen in Gastronomie, Kultur und anderen betroffenen Branchen

Was die Branchen betrifft, so fielen der Tourismus, das Hotel- und Gastronomiegewerbe, die Kultur- und Kreativwirtschaft sowie die Veranstaltungs- und Eventbranche als potenzielle Anbieter von Praktikantenjobs aufgrund der Lockdown-Maßnahmen zum Teil ganz weg. Die Sektoren gingen Ende 2020 teilweise mit Umsatzrückgängen von mehr als 90 Prozent für das gesamte Jahr aus. So hatten Schüler und Studenten beispielsweise nicht oder kaum die Möglichkeit, in Berufe wie Veranstaltungskaufmann/-frau oder Restaurantfachmann/-frau hineinzuschnuppern. Die Praktikumsbörse rechnet damit, dass der Mangel an Praktikantenjobs in diesen Branchen auch weiterhin anhält.

Am ehesten noch Chancen in Branchen wie Pflege, Lebensmittel- und Online-Handel

Wo gibt es in Zeiten von Lockdown, Kontaktverbot und Homeoffice noch Chancen auf ein Schülerpraktikum in der 9. Klasse oder ein Pflichtpraktikum in den Semesterferien? Die Praktikumsbörse nennt hier neben dem Pflegebereich vor allem Lebensmittelhandel und Drogerien, Onlinehandel und Lieferdienste, Logistikunternehmen und Paketdienste, Pharmaindustrie und Medizintechnik, Online Dienste und Softwareunternehmen. Da es in diesen Branchen personelle Engpässe gebe, sei die berufliche Orientierung hier derzeit einfacher als in allen anderen Bereichen. Auch bei den beliebten Branchen Automobilherstellung, Informatik-Consulting und Maschinenbau sei die Geschäftstätigkeit trotz Umsatzrückgang meist nicht stark eingeschränkt, sodass es dort weiterhin Möglichkeiten gebe, Praktika zu absolvieren.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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