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Männer und Frauen verlassen Rollenmuster

Die ambitionierten Frauen und Männer der Generation Y wollen beides: Job und Familie.
Foto: © Monkey Business/Fotolia.de
Die ambitionierten Frauen und Männer der Generation Y wollen beides: Job und Familie.
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Auch bei der Generation Y scheint sich die traditionelle Rollenverteilung von Mann und Frau fortzusetzen. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass sich die Muster wandeln. Eine aktuelle Studie zeigt, wo sich die Ziele und Wertvorstellungen von männlichen und weiblichen Absolventen unterscheiden und wo sie sich gleichen.

Karriereorientierung ist immer noch mehrheitlich Männersache: Jeder fünfte Vertreter der Generation Y (20 Prozent) gehört zur Gruppe der Karriereorientierten, zwei Drittel davon sind männlich. Dagegen kehrt sich in der Gruppe der sogenannten erlebnisorientierten Berufseinsteiger, die 29 Prozent der Altersgruppe ausmachen, das Geschlechter-Verhältnis um: 64 Prozent dieses Typus sind weiblich. Die erlebnisorientierten jungen Menschen streben zwar ebenfalls eine Karriere an, allerdings unter der Bedingung, dass das Arbeitsklima angenehm und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet ist. Das sind Teilergebnisse der Studie “Absolventen 2015 unter die Lupe genommen: Ziele, Wertvorstellungen und Karriereorientierung der Generation Y” des Kienbaum Institut@ISM für Leadership & Transformation. Für die Studie wurden 601 Studierende unterschiedlicher Studiengänge befragt.

Karriereambitionen: eine Frage des Wollens

Besonders interessant sind die Ergebnisse, die die klassischen Stereotype durchbrechen, also das Drittel der karriereorientierten Frauen, die dafür auch Familie und Freunde hintenanstellen. Ebenso das Drittel der erlebnisorientierten Männer, denen die Vereinbarkeit von Job und Familie ein großes Anliegen ist,

sagt Prof. Dr. Julia Frohne, Leiterin der Studie. Dies zeige zwar, dass auch in der Generation Y noch klassische Rollenmuster zu finden sind, Karriere aber immer mehr zu einer Frage des Wollens wird. Denn es gebe junge Frauen, die Karriere wirklich wollen und junge Männer, denen sie nicht wichtig ist.

Neue Gemeinsamkeit der Geschlechter

Die größte Gruppe der befragten Vertreter der Generation Y bilden mit einem Anteil von 38 Prozent die Ambitionierten. Sie wollen sowohl Karriere machen als auch eine Familie gründen. Hier ist der Anteil von Frauen (48 Prozent) und Männern (52 Prozent) beinahe gleich groß. In dieser Gruppe teilten Männer und Frauen also die gleichen Ziele und Wertvorstellungen und wollten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, kommentiert die Studienleiterin die Ergebnisse. Das könne die Basis sein für mehr Frauen in Führungspositionen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, so Julia Frohne.

Die Studie zeigt auch, dass gut jeder achte befragte Absolvent (13 Prozent) eher unsicher in die berufliche und private Zukunft schaut: Diese Gruppe der sogenannten Orientierungssuchenden besteht zu 54 Prozent aus weiblichen und zu 46 Prozent aus männlichen Vertretern der Generation Y.

Die Studienergebnisse stehen > hier als Download zur Verfügung.