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Mehr als gute Fragen

 Foto: patpitchaya / stock.adobe.com

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Die Themen Disruption und Agilität beschäftigen die Unternehmen in vielerlei Hinsicht. Wichtig dabei: auf die Entwicklungen zu reagieren und entsprechend zu analysieren, ob man für den digitalen Transformationsprozess gut aufgestellt ist, die nötigen Kompetenzen im Hause vorhanden sind. Auch die Unternehmenskultur, das Mitarbeiter-Engagement und die Arbeits- und Führungssituation rücken als Stellschrauben für die Disruption mehr und mehr in den Fokus der Organisationen. Da ist eine Mitarbeiterbefragung ein willkommenes Instrument.

Laut der Experten am Round Table entwickelt sich der Markt der Mitarbeiterbefragungen entsprechend gut, das Tool wird quer durch alle Branchen nachgefragt. Allerdings gibt es bezüglich des konkreten Einsatzes um das Instrument herum Bewegung. Denn neben der klassischen Mitarbeiterbefragung existieren inzwischen zahlreiche alternative Tools wie etwa Pulse Surveys, die in kurzen Zeitabständen durchgeführt werden, um schnell einen Überblick über die “Gesundheit des Unternehmens” zu erhalten. Die Folge: Vielen Unternehmen fehlt die Orientierung, sie benötigen mehr und mehr eine kompetente Beratung.

Nicht nur messen – auch umsetzen!

Von den Experten des Round Tables werden kurzfristige agile Befragungen nicht als Konkurrenz für die Mitarbeiterbefragung betrachtet. Es geht nicht um ein Entweder-Oder, vielmehr können Echtzeitfeedbacks – vorausgesetzt sie werden professionell eingesetzt – eine gute Ergänzung für klassische Mitarbeiterbefragungen sein. Das heißt: Der Trend geht in Richtung Befragungslandschaft.

Dabei soll die klassische Mitarbeiterbefragung einen Blick auf die Gesamtorganisation ermöglichen und mittels Pulsbefragungen ein kontinuierlicher Dialog zu spezifischen Themen vorangetrieben werden. Parallel eingesetzt, kann mit den Instrumenten so strategisch auf ein Ziel hingearbeitet werden. Dies gelingt allerdings nur, wenn auf die Ergebnisse der Befragungen auch reagiert wird und die Unternehmen nicht ihr Augenmerk allein auf die Messung, sondern vor allem auch auf die Umsetzung richten.

Das Thema Folgeprozesse ist jedoch häufig die große Herausforderung, nicht selten passiert mit den Befragungsergebnissen wenig bis nichts. In diesem Zusammenhang spielt laut der Experten eine wesentliche Rolle, wer eigentlich Impulsgeber der Befragung ist. Insbesondere in den größeren Unternehmen ist eine gewisse Dezentralisierung von Befragungen festzustellen.

Das heißt: Die Befragungen gehen nicht mehr von ganz oben, sondern von der mittleren Führungsebene aus. Das ist insgesamt positiv zu sehen, da die Mittelmanager Themen abfragen, an denen sie direkt ansetzen können. Dennoch darf die obere Führungsebene nicht übergangen werden. Sie muss hinter der Befragungs- und Veränderungsinitiative stehen. Wichtig zudem: die Fachabteilungen und den Betriebsrat frühzeitig in die Konzeption der Mitarbeiterbefragung einzubeziehen. Denn wichtig ist, dass ein Dialog mit den Mitarbeitern entsteht und ein gemeinsames Verständnis hinsichtlich der Ziele im Unternehmen herrscht.

MAB ist Teil einer strategischen OE

Durch die fortgeschrittene Technologie haben die Unternehmen heutzutage grundsätzlich auch die Möglichkeit haben, Befragungen selbst zu organisieren. Zahlreiche Selfservice-Tools werden angeboten. Auch wenn nicht alle Round-Table-Teilnehmer der Entwicklung ausschließlich skeptisch gegenüberstehen, stimmen sie überein: Vorsicht ist hier geboten! So sind insbesondere auf die Anonymität der Befragung und die Sicherheit der Daten zu achten.

Doch ob Selfservice-Tool oder nicht, eines ist immer entscheidend bei der Mitarbeiterbefragung: Der Fokus sollte nicht auf dem Instrument an sich liegen. Vielmehr sind Mitarbeiterbefragungen als Instrumente einer strategischen Organisationsentwicklung zu betrachten. Entscheidend ist, was mit der Befragung erreicht werden soll. Darauf ist der Fokus zu legen.

Bilderstrecke: Mitarbeiterbefragung: Mehr als gute Fragen