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Mehr Bindung ans Unternehmen, mehr Flow

Konzentriert bei der Arbeit und selbstvergessen - Mitarbeiter mit starker Bindung ans Unternehmen sind öfter im Flow. Foto: © ra2 studio/Fotolia.de
Konzentriert bei der Arbeit und selbstvergessen – Mitarbeiter mit starker Bindung ans Unternehmen sind öfter im Flow. Foto: © ra2 studio/Fotolia.de

Bisherige Studien des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) belegten, dass eine starke Identifikation mit dem Unternehmen das psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter fördert und die negativen Auswirkungen von Stress abschwächt. Dabei war jedoch unklar, welche Mechanismen für die gesundheitsförderlichen Effekte einer starken Organisationsbindung verantwortlich sind.

Dr. Wladislaw Rivkin und sein Forschungsteam des > IfADo stellten die Hypothese auf, dass Menschen, die eine starke Identifikation mit ihrem Unternehmen haben, häufiger einen Flow, also eine intrinsische Motivation bei der Arbeit, erleben, was wiederum die schädlichen Auswirkungen von Stress auf das psychische Wohlbefinden reduziert.

Flow kompensiert Arbeitsstress

Die Wissenschaftler erforschten daraufhin, inwiefern Mitarbeiteridentifikation den alltäglichen Flow bei der Arbeit fördert. Sie untersuchten zehn Arbeitstage lang 90 Mitarbeiter der Dienstleistungsbranche, die täglich Fragen zu ihrem Arbeitserleben beantworteten, insbesondere zum Flow bei der Arbeit. Dabei bestätigte sich die Vermutung, dass Beschäftigte mit hoher Bindung an das Unternehmen an mehr Arbeitstagen einen Flow erlebten. Gleichzeitig wirkte sich Arbeitsstress bei häufigem Flow-Erleben weniger schädlich auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus. Arbeitnehmer dagegen, die eine geringe Organisationsbindung aufwiesen, hatten seltener ein Flow-Erlebnis, fühlten sich im Job gestresster und zeigten ein geringeres Wohlbefinden als ihre Kollegen.

Auch wenn es in Zeiten hoher Arbeitsplatzunsicherheit und befristeter Verträge für Unternehmen mitunter schwierig sein könne, die Identifikation der Mitarbeiter mit dem eigenen Unternehmen zu fördern, so die Forscher, sollten Arbeitgebern zur Stressprävention und zur Gesundheitsförderung versuchen, Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen das Erleben von Flow begünstigt wird, zum Beispiel durch eine gute Passung von Fähigkeiten und Tätigkeiten der Mitarbeiter.