Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Deutsche sind selbstbewusst im Job

Selbstbewusste Frau vor Tafel mit gezeichneten Armmuskeln und gereckten Fäusten
Frauen denken häufiger als Männer, dass sie beim nächsten Karriereschritt nicht überfordert sind. Das kann daran liegen, dass sie für den aktuellen Job überqualifiziert sind. Foto: © fotogestoeber-stock.adobe.com

Von den deutschen Berufstätigen geben 87 Prozent an, dass sie sich in ihrem Job als selbstbewusst einschätzen. Etwa die Hälfte betrachtet sich als eher selbstbewusst und gut ein Drittel sieht sich als sehr selbstbewusst. Mit zunehmender beruflicher Erfahrung steigt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Standing: Während sich von den 18- bis 24-Jährigen noch 21 Prozent für sehr selbstbewusst halten, sind es bei den Arbeitnehmern ab 55 Jahren 43 Prozent und damit doppelt so viele. Knapp jeder Zweite (46 Prozent) sagt, im Beruf und im Privatleben gleich selbstbewusst zu sein. Jeder Dritte findet sich in der Freizeit selbstbewusster und rund jeder Siebte (15 Prozent) tritt beruflich selbstbewusster auf als privat. Das sind Ergebnisse einer Befragung im Auftrag von > Indeed vom Januar 2021. Dafür führte YouGov in Deutschland Online-Interviews mit 2030 Personen ab 18 Jahren durch.

35 Prozent der Berufstätigen fühlen sich unterfordert

Interessant ist, dass von den jungen Arbeitnehmern zwischen 25 und 34 Jahren jeder vierte davon überzeugt ist, dass nicht die Qualifikation entscheidend für die Zusage der aktuellen Arbeitsstelle war. Sie glauben vielmehr, dass sie ihren Job Glück oder Kontakten zuzuschreiben haben. Altersübergreifend ist lediglich jeder Sechste (16 Prozent) dieser Meinung. Von allen Befragten denkt gut die Hälfte, hinsichtlich der Kompetenz genau auf dem richtigen Arbeitsplatz zu sein. Bei den Berufstätigen ab 55 teilen mit 61 Prozent noch mehr Interviewte diese Einschätzung. Insgesamt gut jeder Dritte (35 Prozent) hält sich in seinem derzeitigen Job allerdings für überqualifiziert. Dagegen fühlen sich 14 Prozent der Arbeitnehmer bei ihrer Tätigkeit häufig überfordert. Ein Grund dafür könne möglicherweise eine unzureichende Fehlerkultur in den Unternehmen sein, so Indeed. Weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent) bestätigt, dass Fehler in ihrem Unternehmen erlaubt sind und dazugehören.

Kaum Angst vor Überforderung beim nächsten Karriereschritt

Wenn es um den nächsten Karriereschritt geht, so sehen sich 69 Prozent der Frauen und 59 Prozent der Männer in der Lage, weiter aufzusteigen, ohne überfordert zu sein. Nur jeder Zehnte befürchtet, bei der nächsten Beförderung als überfordert aufzufallen.

Frauen werden im Berufsleben immer noch nicht ausreichend gefördert und
arbeiten deshalb häufiger in Positionen, für die sie eigentlich
überqualifiziert sind,

sagt Frank Hensgens, Managing Director Indeed DACH. Insgesamt sollten Arbeitgeber, was die Mitarbeiter betrifft, die sich für überqualifiziert halten, hinterfragen, ob dies tatsächlich der Fall ist und ob es genügend Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen gibt, empfiehlt Hensgens. Sonst könnten sie riskieren, dass qualifiziertes Personal sich für einen anspruchsvolleren Job bei einem anderen Arbeitgeber entscheidet.

Wichtigstes Kriterium für Selbstbewusstsein: Wertschätzung

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Teilnehmer auch dazu befragt, welche Faktoren zum Selbstbewusstsein beitragen. Danach steht an erster Stelle die Anerkennung von Vorgesetzten; 55 Prozent gaben dies an. Von den Frauen bezeichnen 62 Prozent die Wertschätzung vom Chef als wichtigsten Faktor, während es bei den Männern mit 48 Prozent deutlich weniger sind. Mit zunehmendem Alter wird die Anerkennung durch Führungskräfte für das eigene Selbstbewusstsein bei der Arbeit weniger relevant: Bei den 18- bis 24-Jährigen spielt sie noch für 52 Prozent eine wesentliche Rolle gegenüber noch 38 Prozent bei den 45- bis 54-jährigen. Die zweit- und drittwichtigsten Aspekte für das eigene Selbstbewusstsein sind die Anerkennung von Kollegen (42 Prozent) und Kunden (38 Prozent). Ebenfalls förderlich wirken sich erfolgreich durchgeführte Projekte (36 Prozent) aus sowie Gehaltserhöhungen (31 Prozent), Bonuszahlungen (20 Prozent) und Beförderungen (zwölf Prozent). Angesichts der Tatsache, dass sich 87 Prozent der Befragten und damit die große Mehrheit Selbstbewusstsein im Beruf attestieren, könnte man aus diesen Ergebnissen folgern, dass die wichtigsten Kriterien, vor allem die Anerkennung der eigenen Leistung durch Vorgesetzte, in den meisten Fällen erfüllt sind. Allerdings war dieser Aspekt nicht Gegenstand der Befragung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

Sie wollen uns die Meinung sagen?
Nur zu!
Jetzt Feedback geben & Prämie erhalten »
Sie wollen uns die Meinung sagen?
Nur zu!
Jetzt Feedback geben & Prämie erhalten »