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Corona-Krise: Mehrheit der Mitarbeiter mit Homeoffice einverstanden

PC-Tastatur, darüber Schild: Corona Home Office
Derzeit schicken viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Heimarbeit – zum eigenen Schutz und dem der Kollegen.
Foto: © karegg/StockAdobe

Vom 13. bis 17. März hat Censuswide im Auftrag von Glassdoor 1003 Angestellte in Deutschland, die einer Bürotätigkeit nachgehen, nach ihrer Einstellung zur Heimarbeit in der aktuellen Situation befragt. Danach gaben 78 Prozent an, dass Sie es unterstützen würden, wenn ihr Arbeitgeber ihnen vorgibt, angesichts der Coronavirus-Epidemie von zuhause aus zu arbeiten. Lediglich vier Prozent würde eine solche Anordnung nicht befürworten. 14 Prozent gaben an, ihren Job nicht von Zuhause aus erledigen zu können.

Vorteile der Heimarbeit aus Arbeitnehmersicht

Als Vorteil der Arbeit von zuhause aus nannte gut jeder zweite Befragte (53 Prozent) den Wegfall der Kosten für den täglichen Arbeitsweg. Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozen) sähe es positiv, dann in der eigenen Geschwindigkeit arbeiten zu können. Fast ebenso viele (48 Prozent) gehen von einer besseren Work Life Balance aus und 46 Prozent denken, dass sie im Homeofffice Beruf und Familie besser vereinbaren können.

Jüngere Angestellte fürchten zuhause eher um ihre Produktivität als ältere

Was die Produktivität am heimischen Arbeitsplatz betrifft, so gehen mit 43 Prozent die meisten Befragten davon aus, dass sie in einem längeren Zeitraum vergleichbar mit der im Firmenbüro sein würde. Immerhin ein Viertel (25 Prozent) vermutet, im Homeoffice weniger produktiv zu sein. Bei den jüngeren Arbeitnehmern ist dieser Anteil sogar höher: 30 Prozent der Generation Z und 29 Prozent der Millennials rechnen mit Produktivitätseinbußen. Altersübergreifend glaubt rund jeder Sechste hingegen (17 Prozent), dass er zuhause sogar produktiver arbeiten würde. Immerhin rund jeder Dritte (35 Prozent) hat allerdings Bedenken, ob er weiterhin gut mit seinen Kollegen zusammenarbeiten kann. Darüber hinaus sorgt sich circa jeder fünfte Befragte darum, für die virtuelle Zusammenarbeit nicht über die notwendige Ausstattung mit Hard- und Software zu verfügen.

Jeder dritte befürchtet Ablenkung durch Kinderbetreuung, Hausarbeit und Social Media

Die Vermutung einiger Angestellten, zuhause nicht so produktiv arbeiten zu können, ist angesichts der derzeitigen Situation nicht ganz unverständlich: Da seit dieser Woche in Deutschland alle Schulen und Kitas geschlossen sind, befürchtet fast jeder Dritte (30 Prozent), durch Familie und die Kinderbetreuung abgelenkt zu werden. Noch etwas mehr Befragte (32 Prozent) machen sich dagegen Sorgen, dass sie sich durch Hausarbeit ablenken lassen würden. Weitere 25 Prozent hätten Angst davor, dass sie sich durch Kochen und die Nutzung von Social Media selbst an der Arbeit hindern könnten.

Corona-Krise als Türöffner für Homeoffice?

Der Aussage, dass Homeoffice-Regelungen durch die aktuelle Ausnahmesituation auch langfristig in ihrem Unternehmen ausgeweitet werden, stimmten 61 Prozent der Befragten voll oder teilweise zu. 26 Prozent denken, dass sich nichts ändern wird. Laut Felix Altmann, Arbeitsmarktexperte bei Glassdoor, erkennen viele Angestellte jetzt die Vorzüge der Heimarbeit und sähen, dass sie Berufs- und Privatleben sogar besser vereinbaren können und ihre Produktivität nicht unbedingt nachlässt. Durch diese Erfahrungen könne die “berüchtigte deutsche Präsenzkultur” in vielen Unternehmen ins Wanken geraten.

Mitarbeiter wünschen sich Zuschüsse vom Arbeitgeber für zusätzliche Kosten

Für den Fall, dass sie jetzt längere Zeit von zuhause aus arbeiten müssten, würden 40 Prozent der Arbeitnehmer einen Zuschuss zu den Internetkosten als gerecht empfinden. 22 Prozent würden es begrüßen, dass sich der Arbeitgeber an den Mobilfunkkosten beteiligt, und 20 Prozent hätten gern einen Zuschuss für erhöhte Heizkosten.

Die vollständigen Befragungsergebnisse gibt es > hier als tabellarische Übersicht.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.