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Mittelstand von Homeoffice-Pflicht und 3G-Regel überrumpelt

3G im Job
Der Mittelstand befürchtet aufgrund der 3G-Regelung am Arbeitsplatz Probleme. Foto: © HNFOTO -stock.adobe.com

Der Deutsche Mittelstandsbund (DMB) hat am 23. und 24. November eine Blitzumfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Danach hat ein Teil der Unternehmen bezüglich der 3G-Regelung, die mit strengen Bußgeldern verknüpft ist, Bedenken verschiedener Art.

Mehrheit hält Homeoffice-Pflicht für falsch

Gut sechs von zehn befragten DMB-Mitgliederunternehmen (61,8 Prozent) gaben an, dass sie die Rückkehr zur allgemeinen Homeoffice-Pflicht für falsch halten. Die restlichen 38,2 Prozent erachten die Maßnahme als sinnvoll. Was 3G am Arbeitsplatz betrifft, sind die mittelständischen Betriebe in ihrer Meinung gespalten: Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) denkt, dass die Regelung praktikabel ist. Viele Unternehmen haben bereits entsprechende Hygiene- und Schutzkonzepte eingeführt.

3G: Bedenken wegen Aufwand und Konfliktpotenzial

Gefragt nach den Bedenken bei der Umsetzung von 3G im Unternehmen, nannten mit 59,2 Prozent die meisten Mitglieder den Zeit- und Organisationsaufwand. Gleich an zweiter Stelle mit 45,7 Prozent steht die Befürchtung, dass innerbetriebliche Konflikte aufkommen. Weitere 38,2 Prozent machen sich Sorgen, dass bei der Umsetzung vielfach noch Rechtsunsicherheiten bestehen, denn sie wissen nicht, wie sie was machen und dokumentieren müssen. Mehr als ein Drittel der Betriebe (36,6 Prozent) fürchtet sogar, dass Arbeitsausfall und Kündigungen die Folge sein könnten. An fünfter Stelle der Bedenken mit 33,1 Prozent steht die Sorge vor Bußgeldern.

Die Unternehmen hatten weder ausreichend Zeit, um sich auf die erneute, verschärfte Homeoffice-Pflicht vorzubereiten, noch um die strenge 3G-Regelung am Arbeitsplatz einzuführen,

sagt Marc S. Tenbieg, Vorstand des DMB. Die KMU hätten in den letzten Monaten bewährte Hygiene- und Schutzkonzepte im Umgang mit dem Corona-Virus entwickelt und ihren Beschäftigten ein sicheres Gefühl am Arbeitsplatz gegeben, während die Politik zu lange diskutiert habe, ohne richtungsweisende Entscheidungen zu treffen. Nun würden Unternehmen und Mitarbeitende mit neuen, aufwendigen Vorgaben konfrontiert. In vielen Betrieben herrsche eine Situation aus Desorientierung, Verzweiflung und Unverständnis, so Tenbieg.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.