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Mitarbeiter fürchten um ihre Gesundheit

Jeder dritte Berufstätige zweifelt daran, dass ihm die digitale Transformation guttun wird. Foto: © Konstantin Hermann/Fotolia.de
Jeder dritte Berufstätige zweifelt daran, dass ihm die digitale Transformation guttun wird. Foto: © Konstantin Hermann/Fotolia.de

87 Prozent der Führungskräfte und Mitarbeiter sagen, ihr Unternehmen sei bereits heute stark von der Digitalisierung betroffen. 96 Prozent gehen auch in den nächsten zehn Jahren von einem starken Einfluss auf ihren Betrieb aus.

Zwei Drittel rechnen mit der Auflösung traditioneller Arbeitsorte

Als größte Veränderung erwarten drei Viertel der Beschäftigten die Einführung digitaler Geschäftsmodelle oder Geschäftsabläufe. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) rechnen mit ganz neuen Organisationsformen. In Unternehmen mit über tausend Mitarbeitern glauben 81 Prozent damit, dass traditionelle Arbeitsorte und -zeiten aufgelöst werden. In Betrieben mit weniger Beschäftigten erwarten dies nur 48 Prozent. Außerdem verbinden 61 Prozent der Arbeitnehmer die Digitalisierung mit der Entstehung neuer Berufsbilder. Das sind Ergebnisse der Studie “Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit 2016” der Ias-Gruppe. Dafür wurden im Mai und Juni dieses Jahres 280 Beschäftigte aus mittelständischen Betrieben und Großunternehmen befragt. 49 Prozent der Befragten waren Führungskräfte, die restlichen 51 Prozent waren Mitarbeiter ohne Personalverantwortung.

Licht und Schatten

Auf den ersten Blick zeigen die Studienergebnisse, dass die meisten Befragten mit der Digitalisierung eher positive Aspekte verbinden: 78 Prozent geben die Vereinfachung von Arbeitsabläufen an, 74 Prozent nennen flexibles, ortsungebundenes Arbeiten. Die Teilnehmer äußerten aber auch konkrete Ängste: So fürchtet jeder Vierte um seinen Arbeitsplatz. Und 16 Prozent können sich vorstellen, dass bisherige Tätigkeiten dequalifiziert werden.

Leistungsfähigkeit im Fokus

Im Rahmen der Studie wurde auch nach dem Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Leistungsfähigkeit gefragt. Danach ist die große Mehrheit (88 Prozent) der Meinung, dass die Leistungsfähigkeit ihres Arbeitgebers durch die Digitalisierung zunehmen wird. Mit positiven Auswirkungen auf die eigene Leistungsfähigkeit und Gesundheit rechnen 64 Prozent der Befragten. Das ist nach Meinung der Studienautoren nur auf den ersten Blick viel, denn im Umkehrschluss heiße das ja, dass mit 36 Prozent mehr als jeder Dritte daran zweifle, dass ihm die Digitalisierung der Arbeitswelt persönlich guttun werde.

Jeder Zweite rechnet mit zunehmender mentaler Belastung

Die Befürchtungen beziehen sich auch auf das psychische Wohlbefinden. Jeder zweite Befragte geht davon aus, dass die mentale Belastung zunehmen wird. Bei den Führungskräften rechnen sogar 55 Prozent damit gegenüber 45 Prozent bei den anderen Mitarbeitern. Überdies erwartet fast jeder Vierte (23 Prozent) aller Studienteilnehmer, infolge der Digitalisierung fremdbestimmt zu werden.

Aufgabe des Arbeitgebers sei es, so Dr. Alexandra Schröder-Wrusch, Vorstand von Ias, die Beweggründe der Sorgen, etwa Über- oder Unterforderung, herauszufiltern und konzeptionell anzugehen. Die Veränderungen, die der digitale Wandel mit sich bringt, wie zum Beispiel eine Arbeitsplatzumgestaltung, sollten aus interdisziplinärer Sicht der Bereiche Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Arbeitspsychologie sowie aus Sicht des Leistungsfähigkeitsmanagements beleuchtet, unterstützt und gefördert werden.

Unternehmen haben nur eine Möglichkeit, diesen Herausforderungen zu begegnen: Sie müssen die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Menschen, auf seine Gesundheit und auf seine Leistungsfähigkeit strategisch managen,

rät Ias-Vorstand Dr. Peter Wrogemann.

Neue Aufgaben des BGM

Bereits heute messen 92 Prozent der befragten Führungskräfte und Mitarbeiter dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement im Kontext der Digitalisierung der Arbeitswelt eine wichtige Bedeutung bei. 62 Prozent erwarten aber auch, dass sich das BGM aufgrund der teilweise neuen Herausforderungen verändern wird.

Weitere Informationen über die Studie gibt es > hier.

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