Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

In Deutschland erledigen Mitarbeiter HR-Verwaltungsaufgaben meist offline

Mehrere Formulare mit Urlaubsanträgen übereinander
Hierzulande müssen Mitarbeiter viele Anträge und andere HR-Verwaltungsdokumente noch händisch ausfüllen. Foto: © Björn Wylezich/StockAdobe

Mehr als zwei Drittel der deutschen Arbeitnehmer (69 Prozent) bearbeiten grundlegende HR-Verwaltungsaufgaben nach wie vor offline. Ausschließlich mit mobilen Endgeräten lassen sich hierzulande nur sieben Prozent dieser Aufgaben erledigen – das ist gegenüber anderen Industrienationen in Europa der niedrigste Anteil, wie eine Umfrage von > SD Worx zeigt. Dafür wurden je 500 Mitarbeiter in Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und dem Vereinigten Königreich repräsentativ für die einzelnen Arbeitsmärkte befragt.

Weniger als jeder zweite Mitarbeiter in Deutschland stellt Urlaubsanträge online

Zu den wohl gängigsten digital abgewickelten Verwaltungsaufgaben zählen Urlaubsanträge. 47 Prozent der Berufstätigen hierzulande können ihren Urlaub elektronisch beantragen. Zum Vergleich: In Frankreich sind es 56 Prozent, in Österreich 57 Prozent, in Belgien 64 Prozent, im Vereinigten Königreich 70 Prozent und in den Niederlanden 72 Prozent. Von den deutschen Angestellten greifen davon 30 Prozent ausschließlich auf stationäre Geräte zurück, neun Prozent nutzen entweder stationäre oder mobile Endgeräte und acht Prozent verwenden dafür ausschließlich ihr mobiles Endgerät.

Andere Nationen sind uns in Sachen elektronische Verwaltung voraus

Egal, um welche Verwaltungsaufgabe es geht – bis auf eine Ausnahme sind immer die anderen untersuchten europäischen Länder bei der Nutzung elektronischer Möglichkeiten weiter als Deutschland. So sind hierzulande lediglich 33 Prozent der Mitarbeiter in der Lage, ihre Spesenabrechnung online einzureichen, während es in den Niederlanden doppelt so viele sind (66 Prozent). Geschäftsreisen digital beantragen und organisieren können in Deutschland 39 Prozent der Mitarbeiter gegenüber 55 Prozent in UK. Nur in Belgien sind es mit 36 Prozent noch etwas weniger. Eine krankheitsbedingte Abwesenheit auf elektronischem Weg eintragen können 40 Prozent der Bundesbürger, aber 57 Prozent der Österreicher. Die Möglichkeit, eine Änderung der Arbeitszeit wie Eltern- oder Teilzeit online zu beantragen, besteht bei 30 Prozent der Deutschen im Vergleich zu 55 Prozent der Niederländer. Ähnlich sehen die Unterschiede aus bei der Beantragung von Telearbeit und dem Reservieren eines Parkplatzes am Arbeitsplatz.

Mobile Endgeräte kommen hierzulande im Job kaum zum Einsatz

Von dem Drittel der deutschen Arbeitnehmer, die ihre Spesenabrechnung digital einreichen können, tun dies 22 Prozent über ein festes Endgerät. Sechs Prozent können zwischen einem festen oder mobilen Gerät wählen und fünf Prozent wickeln die Abrechnung nur mobil ab. Bei acht von zehn Verwaltungsaufgaben dominiert die Möglichkeit, diese über ein Standgerät zu erledigen.

Deutsche gegenüber Technologie im Job weniger aufgeschlossen als andere Europäer

Die Antworten auf die Frage, welche personellen Verwaltungsaufgaben sie gern elektronisch erledigen würden, zeigen, dass deutsche Arbeitnehmer durchaus offen dafür sind. So wünschen sich zwei Drittel die Möglichkeit, Urlaubsanträge online zu stellen. 64 Prozent würden auf diese Weise gern Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen einreichen, 58 Prozent möchten krankheitsbedingte Abwesenheiten digital beantragen und 53 Prozent hätten es gern, wenn sie Bescheinigungen elektronisch abgeben könnten. Bei allen anderen Standard-Verwaltungsaufgaben plädiert weniger als jeder Zweite für digitale Möglichkeiten, während sich die Arbeitnehmer der anderen Länder auch hier aufgeschlossener geben. So würden in Großbritannien beispielsweise 65 Prozent der Mitarbeiter gern eine Änderung ihrer Arbeitszeit wie Teilzeit oder Elternzeit digital beantragen, während dies lediglich bei 44 Prozent der deutschen Befragten der Fall ist.

Was die Nutzung mobiler Endgeräte im Job betrifft, so interessieren sich die hiesigen Mitarbeiter im europäischen Vergleich am wenigsten dafür und beschäftigen sich am seltensten damit. Dass die Nutzung mobiler Möglichkeiten der Personalverwaltung in Deutschland ein Schattendasein führt, liegt offenbar nicht nur an den Arbeitgebern.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.