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Mitarbeiter ohne Führungsposition fühlen sich benachteiligt

Mitarbeiter fühlen sich weniger gefördert und schlechter ausgestattet als Führungskräfte.
Foto: © contrastwerkstatt/Fotolia.de
Mitarbeiter fühlen sich weniger gefördert und schlechter ausgestattet als Führungskräfte.
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Angestellte in Führungspositionen sind deutlich zufriedener am Arbeitsplatz als Mitarbeiter auf den Ebenen darunter. So sind in Deutschland 59 Prozent der Manager (70 Prozent in den EMEA-Staaten) stolz darauf, für ihr Unternehmen zu arbeiten, während es bei den nicht leitenden Angestellten nur 45 Prozent sind (EMEA: 37 Prozent). Auch sind nur 27 Prozent der deutschen Mitarbeiter ohne Führungsposition (EMEA: 22 Prozent) der Ansicht, ihr Arbeitgeber interessiere sich für ihr generelles Wohlergehen – im Gegensatz zu 46 Prozent der Manager.

Nur jeder vierte Angestellte sieht für sich Karrieremöglichkeiten

Außerdem ist knapp die Hälfte (48 Prozent) der Mitarbeiter hierzulande (33 Prozent EMEA-weit) der Ansicht, dass ihre Vorgesetzten greifbar und ansprechbar sind. Bei den leitenden Angestellten in Deutschland sind es 60 Prozent. Diese Diskrepanz in der Zufriedenheit besteht auch, wenn es darum geht, wie Mitarbeiter ihre Zukunft im Unternehmen einschätzen. So sehen lediglich 25 Prozent der nicht leitenden Mitarbeiter in Deutschland (EMEA: 21 Prozent) für sich Karrieremöglichkeiten bei ihrem aktuellen Arbeitgeber. Von den deutschen Managern geben dies 45 Prozent an. Das sind Ergebnisse der Studie “From Theory to Action” von Oracle. Dafür wurden im Frühjahr dieses Jahres global 4706 Angestellte befragt, darunter 1200 in Europa. In Deutschland nahmen 250 Angestellte aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern teil.

Kluft zwischen Managern und Mitarbeitern auch bei der Weiterbildung

Die Kluft zwischen leitenden und nicht leitenden Angestellten besteht auch im Hinblick auf Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die meisten Manager und Führungskräfte sind mit ihren Entwicklungsmöglichkeiten zufrieden. Bei Mitarbeitern ohne Leitungsfunktion sieht das anders aus. Sie fühlen sich gegenüber ihren Kollegen in Führungspositionen benachteiligt, was ihre Entwicklungsmöglichkeiten betrifft. In Deutschland gaben nur 19 Prozent der Mitarbeiter außerhalb des Managements (EMEA: 25 Prozent) an, dass ihre Weiterbildungs- und Trainingsmaßnahmen auf ihren Entwicklungsplan abgestimmt sind. Auch hatten nur 13 Prozent im vergangenen Jahr ein Mitarbeitergespräch zu ihrer Karriereentwicklung (EMEA: 31 Prozent). Dagegen waren es unter den Managern in Deutschland 35 Prozent – allerdings ist das im EMEA-Vergleich, wo dies 70 Prozent angaben, auch ein sehr niedriger Wert.

Führungskräfte etwas besser mit Technologie ausgestattet

Angestellte ohne Führungsposition sind zudem unzufrieden damit, welche Technologien ihnen am Arbeitsplatz für ihre Weiterbildung zur Verfügung stehen. Nur 21 Prozent (EMEA: 22 Prozent) sagen, dass ihr Arbeitgeber ihnen Zugang zu E-Learning- und Kollaborations-Tools ermöglicht. Unter den Managern sind es immerhin 35 Prozent, EMEA-weit mit 75 Prozent aber mehr als doppelt so viele. Daraus lässt sich laut Studie entweder schließen, dass deutsche Unternehmen ihren Mitarbeitern wertvolle Technologien versagen oder dass leitende und nichtleitende Angestellte sehr unterschiedliche Erwartungen in dieser Hinsicht haben.

Unternehmen sollten Mitarbeiter über alle Hierarchieebenen hinweg gleichermaßen fördern und ihnen die Möglichkeit zur Entwicklung und Weiterbildung geben. Dafür ist der Zugang zu modernen Technologien wichtig – aber auch ganz einfach, gehört und beachtet zu werden,

sagt Joachim Skura, HCM Thought Leader bei Oracle Deutschland. Seiner Meinung nach möchte jeder Mitarbeiter heute das Gefühl haben, dass er eine Rolle für den Unternehmenserfolg spielt. Innovative Ideen seien keine Frage der Hierarchie. Wenn Unternehmen nicht allen Mitarbeitern die Chance gäben, ihr Talent zu zeigen, verschenkten sie wertvolles Potenzial, so Skura.