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Digitalisierung: Mitarbeiter werden skeptischer

Mann von hinten hält sich Hände über den Kopf bzw. auf die Ohren, symbol Überforderung, dazu binäre Zahlen als Symbol für die Digitalisierung
Immer noch fühlen sich viele Mitarbeiter auf die Digitalisierung nicht vorbereitet oder sie erleben negative Auswirkungen.
Foto: © Konstantin Hermann/StockAdobe

Lediglich 51 Prozent der Mitarbeiter hierzulande vertrauen dem eigenen Management und der Unternehmens- strategie. Rund ein Drittel (32 Prozent) ist nicht davon überzeugt, dass ihre Geschäfts- führung die richtigen Entscheidungen für die Zukunft trifft. Branchenübergreifend rechnet mehr als jeder vierte Beschäftigte (28 Prozent) nicht oder definitiv nicht damit, dass Produkte oder Dienstleistungen seiner Firma in zehn Jahren noch weitgehend unverändert am Markt bestehen können. Besonders skeptisch sind Mitarbeiter der Automobil- und der Finanzbranche: Im Finanzbereich glauben lediglich 26 Prozent der Arbeitnehmer an den Erfolg und in der Automobilindustrie sogar nur sieben Prozent. Allerdings bescheinigen diese beiden Branchen ihren Unternehmen auch das größte Engagement, um wettbewerbsfähig zu bleiben: 89 Prozent der Mitarbeiter aus der Autoindustrie und 68 Prozent aus dem Finanzsektor sehen ein großes Bestreben ihres Arbeitgebers in Sachen Innovationen – über alle Branchen hinweg geben dies 57 Prozent an. Das sind Ergebnisse der aktuellen Jobstudie von > EY, für die mehr als 1500 Arbeitnehmer in Deutschland repräsentativ befragt wurden.

Mehr Arbeitsbelastung durch Technologien und Sorge um den Job

Die begonnene Digitalisierung wirkt sich auf den Arbeitsalltag der Mitarbeiter aus – auch mit negativen Begleiterscheinungen. 44 Prozent der Beschäftigten empfinden es so, dass ihre Arbeitsbelastung durch die Digitalisierung gestiegen ist; vor zwei Jahren waren es noch 28 Prozent. Knapp ein Viertel (23 Prozent) stellt fest, dass die Arbeitsprozesse in den vergangenen Jahren durch die Technologisierung komplexer geworden sind; nur 14 Prozent erleben sie als einfacher. Auch fühlt sich jeder vierte Berufstätige (24 Prozent) heute noch schlecht oder eher schlecht auf die Veränderungen im Zuge der Digitalisierung vorbereitet. Bei einigen Mitarbeiter sind Teile der Tätigkeit durch die Transformation bereits überflüssig geworden: 28 Prozent sagen, ihre Aufgaben seien bereits geringfügig ersetzt worden; acht Prozent geben an, dies sei schon in erheblichem Umfang geschehen. Immerhin 13 Prozent machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz.

Unternehmen verlangen derzeit sehr viel von ihren Mitarbeitern: Sie müssen sich mit komplett neuen Technologien vertraut machen, Kosten sparen, und Teile ihrer Arbeit werden durch die Digitalisierung sogar ersetzt,

sagt Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seiner Meinung nach sollten die Betriebe daher “diesen Wandel positiv besetzen” und eine Umgebung schaffen, in der Menschen gemeinsam mit Maschinen effizienter arbeiten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.