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Büroarbeit in und nach Corona-Zeiten

Frau am Laptop kommuniziert per Videokonferenz mit vier Kollegen
In der Corona-Krise hat sich das Homeoffice etabliert und persönliche Treffen werden seitdem oft durch Videokonferenzen ersetzt.
Foto: © sebra-stock.adobe.com

Der Personaldienstleister > Robert Half hat vom 6. bis 12. Juni rund 550 Büroangestellte in Deutschland befragt. 84 Prozent der Befragten wünschen sich von ihrem Arbeitgeber die Zusage, auch in Zukunft von zuhause aus arbeiten zu können. Laut Umfrage ist es für 41 Prozent sehr wahrscheinlich, dass sie auch weiterhin im Homeoffice sein werden. 28 Prozent können sich das eher nicht vorstellen. Immerhin gut jeder zweite Angestellte (56 Prozent) sagt, das Arbeiten im häuslichen Umfeld habe ihre Work Life Balance verbessert. Eine Verbesserung ihrer Beziehungen zu Kollegen stellen allerdings lediglich neun Prozent fest und nur sechs Prozent können das hinsichtlich ihrer Beziehung zu Vorgesetzten sagen.

Mitarbeiter wollen mehr Flexibilität

Laut Robert Half haben viele Beschäftigte bereits vor Corona das Bedürfnis nach mehr Flexibilität geäußert. In der Krise habe sich gezeigt, dass solche Arbeitsweisen funktionieren und Mitarbeiter im Home-Office teilweise sogar produktiver arbeiten als im Büro. Nun hätten Arbeitgeber die Chance, veraltete Vorurteile diesbezüglich zu überdenken und ihren Mitarbeitern Entgegenkommen zu signalisieren.

Es war noch nie so wichtig wie heute, dass Arbeitgeber flexible Arbeitsmodelle entwickeln und die Kompetenzen und Verhaltensweisen ihrer Mitarbeiter neu bewerten,

sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half. Nur mit Hilfe einer modernen und integrativen Arbeitsplatzkultur könnten Unternehmen die besten Talente anwerben und auch langfristig halten.

Persönliche Kontakte im Betrieb reflektieren

Unternehmen müssten jetzt aber auch darüber nachdenken, wie der persönliche Umgang untereinander künftig aussehen kann, so Hennige. Laut Befragung ist der persönliche Kontakt zu anderen Menschen ein wichtiger Aspekt, wenn Mitarbeiter ihr Verhalten für das nächste halbe Jahr reflektieren. 70 Prozent von ihnen geben an, dass sie das Händeschütteln mit anderen Personen überdenken wollen. Ebenfalls 70 Prozent haben vor, Anrufe oder E-Mails in den nächsten Wochen persönlichen Treffen vorzuziehen. Mehr als die Hälfte der Angestellten (53 Prozent) sieht Geschäftsreisen für die kommenden sechs Monate kritisch und 51 Prozent denken dies in Bezug auf die Teilnahme an Veranstaltungen. Außerdem sagen 52 Prozent, dass sie hinsichtlich der Nutzung von Gemeinschaftsbereichen im Büro skeptisch sind. Arbeitgeber müssten sich jetzt überlegen, wo direkte Kontakte beispielsweise durch Video-Meetings ersetzt werden können, sagt Hennige. Eine weitere Möglichkeit sei die Einführung von wechselnden Anwesenheitsphasen im Büro.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.