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Mitarbeiter wollen mehr Freiheit und Demokratie

Mehr Freiheit gehört zu den Aspekten, die Mitarbeiter innovationsfreudiger machen. 
Foto: © Sergey Nivens/Fotolia.de
Mehr Freiheit gehört zu den Aspekten, die Mitarbeiter innovationsfreudiger machen.
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Hinsichtlich der Innovationsfähigkeit der Wirtschaft musste Deutschland zuletzt im europäischen und internationalen Vergleich Plätze abgeben. Das gab den Anlass für eine Studie, einmal nachzuhaken, wie sich denn die Arbeitnehmer ein innovatives Arbeitsumfeld vorstellen.

Zwei Drittel der Mitarbeiter wollen souveräner agieren können

Gefragt nach den innovationsfreundlichen Faktoren, antworteten zwei von drei Berufstätigen (68 Prozent), dass mehr Freiheit und Souveränität bei der Gestaltung ihrer Arbeit förderlich seien. Außerdem wünschen sich die Arbeitnehmer deutlich mehr Demokratie: Drei von vier Mitarbeitern (76 Prozent) sagen, sie würden ihr Engagement erhöhen, wenn sie über neue Produkte und Entwicklungen mitentscheiden dürften. Und 80 Prozent meinen, dass mit einer stärkeren Teilhabe an firmenrelevanten Entscheidungen die Produktivität ihres Unternehmens steigen würde. Das geht aus der aktuellen Studie “Der Ruf nach Freiheit – innovationsförderliche Arbeitswelten aus Sicht der Arbeitenden” hervor, die die TU München im Auftrag der Zukunftsallianz Arbeit & Gesellschaft (ZAAG), der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) und des Personaldienstleisters Hays durchgeführt hat. Für die Untersuchung wurden im Februar positionsübergreifend 1.180 Berufstätige im Alter von 16 bis 65 Jahren aus Unternehmen aller Branchen und Größen befragt.

Individuelle Freiräume sind wichtiger als strukturelle

Was die ersehnte Freiheit betrifft, so sind den Mitarbeitern ihre individuellen Freiheitsräume deutlich wichtiger als strukturelle innerhalb ihrer Organisation: Die freie Wahl von Arbeitszeit und -ort, Vertrauen in die Mitarbeiter und Freiheit für den eigenen Stil zählen für die Berufstätigen mehr als flexible Organisationsstrukturen. Beim Wunsch nach mehr Freiheit spielen Alter und Ausbildungsniveau insgesamt nur eine unwesentliche Rolle. Allerdings bewerten Frauen flexible Arbeitsbedingungen höher als Männer. Und die jüngere Generation sucht etwas weniger stark nach Freiheit als die ältere, um sich im Job innovativ zu verhalten. Eine Studienteilnehmerin vermutete als Grund dafür, dass sich die Jüngeren vielleicht mehr Struktur oder Sicherheit im Arbeitsumfeld wünschen, da es im Privatleben schon soviel Auswahlmöglichkeiten und Entscheidungsfreiheit gebe. Neben der Einflussnahme auf ihre eigenen Arbeitsbedingungen erwarten die Mitarbeiter vor allem eine Stärkung der Experimentierkultur in ihrem Unternehmen, um innovativer zu agieren.

Berufstätige möchten über Führungskräfte mitbestimmen

Stärker Einfluss nehmen möchten Mitarbeiter auch beim Thema Führung: 85 Prozent der Befragten würden schlechte Führungskräfte gerne abwählen. 70 Prozent möchten ihre Vorgesetzten am liebsten nur auf Zeit wählen. Und 69 Prozent sind der Meinung, dass die Wahl von Führungskräften durch die Mitarbeiter nachhaltig zu einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung beitragen würde. Frauen sind mit 75 Prozent noch mehr davon überzeugt als Männer (64 Prozent). Nicht ohne Grund wünschen sich die Mitarbeiter mehr Mitspracherecht: Vier von zehn Berufstätigen (39 Prozent) finden, dass neue Ideen an ihren Führungskräften abprallen. Genauso viele (38 Prozent) haben den Eindruck, dass Vorgesetzte in ihrem Unternehmen Veränderungen blockieren – und das, obwohl mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) sein Unternehmen bereits als flexibel und anpassungsfähig erlebt.

Die Studie kann > hier als Download angefordert oder als Broschüre bestellt werden.