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Wie Arbeitgeber auch in der Krise attraktiv bleiben

Mann hält Herz an sein Revers
Die Corona-Krise verändert auch die Anforderungen an den Arbeitgeber. Foto: © Dirk/AdobeStock

Sicherheit ist in Pandemiezeiten das wichtigste Kriterium für die Wahl des Arbeitgebers. Das ist ein Ergebnis des Marktforschungs-Reports “Auswirkungen & Chancen der Krise für die HR-Arbeit. Wie Corona die Jobsuche verändert” der Jobplattform Indeed. Für die Studie wurden rund 12.000 Nutzer der Webseite befragt, wobei eine Gewichtung nach Alter, Geschlecht und Bundesland für repräsentative Ergebnisse sorgen soll.

Ein Schwerpunkt der Umfrage: Eigenschaften, die einen Arbeitgeber in der Krise und in der Zukunft besonders attraktiv machen. Eine entscheidende Frage nicht nur für jene, die sich in Unternehmen etwa im Mittelstand um das Thema Employer Branding kümmern.

Sicherheit vor Image

Dabei sticht vor allem das Thema Sicherheit heraus – und zwar sowohl die Sicherheit des Arbeitsplatzes als auch die Sicherheit am Arbeitsplatz. Für rund drei Viertel der Befragten ist ein unbefristeter Arbeitsplatz entscheidend, für gut die Hölfte eine krisensichere Branche – und immerhin für rund ein Drittel ein gutes Hygienekonzept. Dabei gilt: Je niedriger das Einkommen ist und je kleiner das Unternehmen, desto höher ist das Bedürfnis nach einem sicheren Arbeitsplatz.

Statusthemen, wie Prestige und Unternehmensgröße, sowie der
Wunsch, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten, sind hingegen in Krisenzeiten
weiter in den Hintergrund getreten, wie die Studienergebnisse zeigen. Das Unternehmensimage ist immerhin einem Viertel der Befragten, insbesondere Berufseinsteigern, nach wie vor wichtig.

Verantwortung erwünscht

In der Corona-Krise zählt vor allem Zusammenhalt. Daher messen über die Hälfte der in der Indeed-Studie Befragten den Punkten Kollegialität und
Wertschätzung eine hohe Bedeutung
zu. Und diese nimmt mit steigendem Alter noch zu. Arbeitnehmer möchten sich mit einem Arbeitgeber identifizieren, der auch soziale Verantwortung übernimmt. Gerade in der Krise wünschen sich viele Jobsuchende Vorgesetzte
mit gutem Führungsstil und einen Arbeitgeber, bei dem sie sich
weiterbilden können.

Auch wünschen sich besonders Führungskräfte eine sinnvolle Arbeit und interessante Aufgabenbereiche. Und für jüngere Jobsuchende ist das Thema Eigenverantwortung wichtig. Ebenso legen gerade Jüngere mehr Wert auf attraktive Produkte.

Flexibilität ist gefragt

Ein längerer Anfahrtsweg bedeutet in der Pandemie auch, sich möglicherweise in
öffentlichen Verkehrsmitteln einem höheren Ansteckungsrisiko
auszusetzen. Daher machen kurze Fahrtzeiten einen Arbeitsplatz für jeden zweiten Befragten der Indeed-Studie attraktiv. Ebenso die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können. Über die Hälfte der Befragten nennen flexible Arbeitszeitmodelle als wichtig
für die Jobsuche.

Wo bei den über 40-Jährigen und
den Besserverdienenden flache
Hierarchien und kurze Entscheidungswege wichtig sind, zählt für jüngere Beschäftigte die
Work-Life-Balance weitaus mehr als für Ältere. Ähnliches gilt auch für Themen wie Nachhaltigkeit, Diversity
und Chancengleichheit, die allerdings (entgegen der Ergebnisse aus anderen Studien) laut Indeed bei der Mehrheit der Jobsuchenden nicht zu den
Prioritäten gehören.