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Deutscher Mittelstand bleibt trotz Konjunkturabschwung zuversichtlich

Zahlen vor Skyline
Der Konjukturabschwung betrifft vor allem den Maschinenbau und die Autoindustrie. Foto: © geralt/px

Vor allem die allgemeine Wirtschaftslage macht den Unternehmern
Sorgen: Fast jeder dritte Mittelständler – 30 Prozent – rechnet mit
einer Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland, nur 21
Prozent erwarten eine positive Entwicklung der Konjunktur.

Die eingetrübten Aussichten wirken sich auch auf die Investitions-
und Einstellungsbereitschaft aus, die jeweils deutlich geringer
ausfällt als im Vorjahr. Unterm Strich wollen aber weiterhin mehr
Unternehmen ihre Investitionen erhöhen und neue Mitarbeiter einstellen
als umgekehrt. Gesucht werden vor allem IT-Spezialisten: Jeder dritte
Mittelständler hat offene Stellen im IT-Bereich, jeder sechste sucht
Mitarbeiter für die Buchhaltung, jeder siebte hat Vakanzen im Bereich
Forschung und Entwicklung.

Das sind Ergebnisse des Mittelstandsbarometers
der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Für die
Studie wurden deutschlandweit 1.500 mittelständische Unternehmen mit
mindestens 20 Millionen Euro und höchstens eine Milliarde Euro Umsatz
befragt. Die Studie wird seit dem Jahr 2004 jährlich durchgeführt.

Baubranche boomt – Autoindustrie leidet

Die Befragungsergebnisse zeigen, dass sich die Stimmung vor allem
in der Automobilindustrie massiv eingetrübt hat. Nur noch 31 Prozent der
Unternehmen aus dieser Branche äußern sich zufrieden mit ihrer
Geschäftslage – vor einem Jahr waren es noch 46 Prozent, Anfang 2018
sogar 67 Prozent. Die schwierige Lage der Autoindustrie
spiegelt sich auch in der Beschäftigungsentwicklung wider. In keiner
anderen Branche ist der Anteil der Unternehmen, die Stellen abbauen
wollen, so groß: 18 Prozent der Mittelständler aus der Autobranche
wollen die Zahl der Mitarbeiter reduzieren, nur fünf Prozent wollen sie
erhöhen. Zum Vergleich: In der Baubranche planen hingegen 32 Prozent der
Unternehmen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, nur sieben Prozent
wollen Stellen abbauen.

Nicht nur in der Autoindustrie, auch im Maschinenbau und in der
chemischen Industrie hat sich die Geschäftslage gegenüber dem Vorjahr
massiv eingetrübt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Branchen, in
denen die Geschäfte offenbar nach wie vor glänzend laufen: 68 Prozent
der Bauunternehmen und sogar 70 Prozent der Mittelständler aus der
Elektrotechnik-Branche sind derzeit mit der Geschäftsentwicklung rundum
zufrieden.

Jobmotor Mittelstand gerät ins Stottern

Außer in der Autobranche sollen in den kommenden sechs Monaten in
allen Branchen mehr neue Stellen entstehen als wegfallen – der
Beschäftigungstrend bleibt also per Saldo positiv. Allerdings will
deutschlandweit nur noch knapp jedes vierte Unternehmen zusätzliche
Mitarbeiter einstellen – das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2013.
Immerhin planen aber nur sieben Prozent, die Zahl der Mitarbeiter
reduzieren.

Der Fachkräftemangel bleibt daher das größte Risiko für den
Mittelstand: Die Mehrheit – 56 Prozent – der deutschen Mittelständler
bezeichnen den Fachkräftemangel als große Gefahr. Das sind nur drei
Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Der zunehmende Wettbewerb und
die konjunkturelle Situation folgen im Sorgen-Ranking mit 50 bzw. 46
Prozent erst auf den Plätzen zwei und drei.

Berliner Unternehmer voller Optimismus

Am besten ist das Geschäftsklima derzeit in Berlin: 97 Prozent der
Mittelständler in der Bundeshauptstadt sind derzeit mit ihrer
Geschäftslage zufrieden. Entsprechend groß ist hier auch die
Bereitschaft, neue Mitarbeiter einzustellen: Gut jeder dritte Berliner
Mittelständler (36 Prozent) sucht derzeit nach zusätzlichem Personal. In
Hamburg und Hessen liegt der Anteil mit 34 Prozent nur knapp darunter.
Deutlich zurückhaltender äußern sich die Unternehmen in Sachsen, wo nur
16 Prozent der Mittelständler Neueinstellungen planen, und in
Schleswig-Holstein, wo der Anteil sogar nur bei 11 Prozent liegt.

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