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Von München bis Essen

Die Zeche Zollverein in Essen war die letzte, die stillgelegt wurde
Schicht im Schacht – nach der Schließung der Kohlebergwerke steht Essen wirtschaftlich schlecht da und bietet weniger gute Karrierechancen als andere Metropolen.
Foto: © Elisabeth/Fotolia.de

Welche deutschen Großstädte bieten das größte Karrierepotential? Die Jobbörse Yourfirm hat den Test gemacht und neben Arbeitsmarkt und Einkommen auch die Wohnsituation und die Lebensqualität in den Metropolen untersucht. Daraus geht München als Sieger hervor. Während das Ruhrgebiet schwächelt, stehen ostdeutschen Städte besser da.

Der Karriere-Atlas 2018 von Yourfirm berücksichtigt die 14 Städte hierzulande, die jeweils über eine halbe Million Einwohner haben. Zahlreiche Aspekte wurden in die vier Kategorien Einkommen, Arbeiten, Wohnen und Lebensqualität zusammengefasst. Pro Kategorie wurden 42 Punkte vergeben, so dass sich eine Höchstpunktzahl von 168 ergeben würde.

München – Chancen nur für die, die sich die Stadt leisten können

An der Spitze des Rankings mit 130 Punkten befindet sich München, trotz der – gemeinsam mit Berlin – schlechtesten Bewertung in der Kategorie Wohnen. Punkten konnte die bayerische Landeshauptstadt unter anderem mit einem überdurchschnittlichen Wachstum an Arbeitsplätzen, dem dritthöchsten Durchschnittseinkommen, einem Zuwachs beim verfügbaren Einkommens und dem höchsten Anteil an hochqualifiziert Beschäftigten. Allerdings sorgt der ungebremste Run auf die Isarmetropole für massive Engpässe auf dem Wohnungsmarkt, auch wenn dort nach Frankfurt und Hamburg die meisten Neubauten hinzukommen. Die Mieten und Immobilienpreise sind am höchsten von allen untersuchten Städten, der Mietpreis pro Quadratmeter liegt bei 20,4 Euro.

Stuttgart und Dresden auf Platz zwei und drei

Auf den zweiten Platz mit 121 Punkten kam Stuttgart aufgrund der guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der hohen Gehälter, wobei die Stadt mit 14,9 Euro pro Quadratmeter die zweithöchsten Mietpreise aufweist, wenngleich sie deutlich niedriger ausfallen als in München. Auch in Sachen Lebensqualität überzeugte die schwäbische Metropole die Studienautoren. Den dritten Rang nimmt keine westdeutsche Großstadt ein, sondern Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt erreichte 107 Punkte. Die Arbeitslosenquote liegt hier zum Teil deutlich unter der einiger westdeutscher Städte. Außerdem wächst das Arbeitsplatzangebot und Dresden hat den höchsten Anteil an hochqualifizierten Beschäftigten in den neuen Bundesländern.

Frankfurt, Köln und Hamburg im oberen Mittelfeld

Das Finanzzentrum Frankfurt am Main schaffte es nur auf Platz vier mit 105 Punkten. Beim Einkommen steht die Stadt hinter München an zweiter Stelle, doch die Mietpreise sind mit 14,8 Euro pro Quadratmeter die dritthöchsten im Land. Auch bei der Lebensqualität schnitt Frankfurt den Juroren zufolge nicht so gut ab. Auf Platz fünf im Ranking steht Köln mit 100 Punkten. Bei der Wohnsituation steht die Stadt am Rhein genauso schlecht in der Gesamtbewertung da wie Stuttgart und Düsseldorf, erzielte aber bei Arbeiten, Einkommen und Lebensqualität durchweg gute Werte. Den sechsten Rang nimmt Hamburg ein mit 91 Punkten. Überzeugen kann die Stadt an der Elbe mit einer guten Arbeitsmarktlage und einer dynamischen Wirtschaft. Das Einkommen liegt im oberen Mittelfeld, doch die Wohnfinanzierung ist teuer. Nürnberg liegt auf Platz sieben und bietet zusammen mit Essen die günstige Wohnsituation.

Hohe Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet

Auf den Plätzen acht bis 14 folgen Nürnberg, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Hannover, Bremen, Dortmund und Essen. Vor allem in den beiden Ruhrmetropolen finde zwar ein Strukturwandel statt, doch er schlägt sich noch nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Arbeitslosenquote lag 2017 immer noch bei über zehn Prozent.

Der Karriere-Atlas steht > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.