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Nur jeder zweite Unzufriedene im Job sucht aktiv eine neue Stelle

Jüngere Frau sitzt mit frustrierter Miene und Haltung im Büro vor ihrem PC
Trotz fehlender Zufriedenheit scheuen viele Mitarbeiter davor zurück, sich einen neuen Job zu suchen.
Foto: © Drobot Dean/StockAdobe

Von jenen Berufstätigen hierzulande, die mit ihrer Arbeitsstelle nicht zufrieden sind, möchte nur jeder zweite an diesem Zustand etwas ändern, indem er sich um einen Jobwechsel bemüht. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag von > Robert Half hervor, für die im März 1001 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Die Hälfte der Unzufriedenen sieht im derzeitigen Job doch unverzichtbare Vorzüge

Gefragt nach den Gründen, warum sie dennoch nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle sind, gab rund jeder Zweite (52 Prozent) und damit die Mehrheit der Studienteilnehmer an, dass ihr derzeitiger Job doch Vorzüge biete, auf die sie nicht verzichten wollen. Dazu gehören unter anderem der Standort, ein gutes Gehalt oder flexible Arbeitsmodelle. Der zweithäufigste Grund, sich nicht auf die Suche nach einer neuen Stelle zu machen, ist die Vermutung, dass ein anderes Unternehmen nichts an der Unzufriedenheit ändern würde: Fast ein Drittel der Umfrageteilnehmer (31 Prozent) glaubt nicht, dass sich die Situation bei einem neuen Arbeitgeber bessern würde.

Jeder Fünfte will sich nicht von Kollegen trennen oder scheut den Bewerbungsaufwand

Rund jeder fünfte Befragte (21 Prozent) nennt als Hinderungsgrund für einen Jobwechsel das Argument, dass es in seiner Stadt oder Region keine anderen interessanten Unternehmen gebe. Fast ebenso viele (jeweils 20 Prozent) sagen, der Aufwand einer Bewerbung inklusive Bewerbungsverfahren sei ihnen zu groß oder sie wollen sich nicht von den Kollegen in ihrem Team trennen, auch wenn sie mit ihrem Job unzufrieden sind. Darüber hinaus geben 17 Prozent an, sie hätten momentan keine Zeit, Bewerbungen zu schreiben. 14 Prozent möchten sich der Konkurrenzsituation nicht aussetzen, die mit Bewerbungsprozessen verbunden ist. Weitere zehn Prozent erklären, nicht über die geforderten Qualifikationen zu verfügen, die für einen Wechsel der Arbeitsstelle notwendig wären.

Folgen von Unglücklichsein am Arbeitsplatz: Fehlende Motivation und Burn- oder Boreout

Unzufriedenheit im Job dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden, mahnt Sladjan Petkovic, Managing Director bei Robert Half, da sie sich negativ auf Arbeitsmoral und Motivation auswirke und für schlechte Stimmung im Team sorge. Außerdem könne sie schnell in einem Burnout oder Boreout führen. Dass sich Mitarbeiter häufig von langen Bewerbungsprozessen oder möglichen Verschlechterungen der Rahmenbedingungen im neuen Job abschrecken lassen, ist nach Ansicht von Petkovic ein fataler Fehler, da es zahlreiche Angebote gebe, die Arbeitnehmern helfen, den ersten Schritt in Richtung Jobwechsel zu machen, zum Beispiel Berufsnetzwerke.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.