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Studie zeigt, wie verbreitet Homeoffice und hybride Modelle schon heute sind

Leeres Büro
Wegen Beibehaltung von Remote Work werden sich die Büros künftig zunehmend leeren. Foto: © www.freund-foto.de-stock.adobe.com

Derzeit kehren wieder mehr Beschäftigte zurück ins Büro. Ein anhaltender Trend oder die Rückkehr zu den bisherigen Arbeitsweisen scheint damit jedoch nicht verbunden zu sein. Eine Befragung zeigt, dass viele Betriebe dauerhaft auf die Arbeit von zu Hause und hybride Modelle setzen wollen. Dabei zeigen sich Unterschiede je nach Unternehmensgröße.

Remote Work in kleinen Unternehmen mehr verbreitet als in großen

Zwei Drittel der deutschen Unternehmen geben an, dass derzeit mehr als 30 Prozent der Belegschaft ausschließlich im Homeoffice arbeiten. In kleinen Betrieben ist Remote Work deutlich mehr verbreitet: Drei Viertel der Studienteilnehmer sagen, dass die Beschäftigten ausschließlich von zuhause aus ihrer Tätigkeit nachgehen. In großen Unternehmen ist es lediglich die Hälfte (50 Prozent). An der aktuellen Arbeitsmarktstudie von Robert Half nahmen 1.500 Manager mit Personalverantwortung aus fünf Ländern teil, davon 300 in Deutschland.

Etwa ein Drittel der Mitarbeiter auch künftig im Homeoffice

Insgesamt planen 44 Prozent der hiesigen Befragten, dass Telearbeit auch nach der Corona-Krise ein wichtiger Bestandteil der Arbeitskultur sein soll. Sie gehen davon aus, dass künftig über ein Drittel der Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten wird. Auch hier ergeben sich abweichende Antworten je nach Unternehmensgröße: Von den kleinen Betrieben denkt gut die Hälfte (57 Prozent), dass in Zukunft mehr als jeder dritte Angestellte das Homeoffice nutzen wird, während bei den großen Firmen nur 31 Prozent davon ausgehen.

Größeren Unternehmen scheint der Umstieg auf neue Arbeitsmodelle etwas schwerer zu fallen. Eine ausreichende Digitalisierung großer Unternehmen oder Konzerne als Voraussetzung für hybride Arbeitsmodelle kostet in der Regel viel Geld und vor allem Zeit. Kleinere Unternehmen sind hier im Vorteil,

kommentiert Emine Yilmaz, Vice President bei Robert Half, die Unterschiede.

Rund jedes zweite Unternehmen verzichtet auf Präsenzpflicht

Gefragt danach, wie sie mit dem Thema Präsenzpflicht umgehen, antwortete rund jeder zweite HR-Verantwortliche hierzulande (51 Prozent), dass es aktuell keine Anwesenheitspflicht für die Beschäftigten gebe. Unterschiede je nach Firmengröße sind auch bei dieser Frage erkennbar. So bestehen 60 Prozent der kleinen Unternehmen gegenüber lediglich 43 Prozent der großen Firmen nicht darauf, dass die Mitarbeiter vor Ort arbeiten.

Deutliche Tendenz zu weniger Büroflächen zeichnet sich ab

Unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter haben viele Unternehmen begonnen, im Zuge der Beibehaltung von Remote Work die Nutzung ihrer Räumlichkeiten zu überdenken. So erwägen immerhin vier von zehn der befragten Unternehmen (43 Prozent), ihre Büroflächen künftig zu reduzieren. 37 Prozent überlegen sogar, komplett auf Firmenbüros zu verzichten. Außerdem plant jeder dritte Arbeitgeber, in neue Räumlichkeiten zu ziehen, um den veränderten Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Ebenso viele denken darüber nach, einzelne Büros zu schließen.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die Arbeitswelt – stark befeuert durch die zunehmende Digitalisierung – grundlegend ändert. Belegschaften werden immer seltener vor Ort zusammenkommen – mit noch unbekannten Folgen, sei es beispielsweise für das Mitarbeiterwohl, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Belegschaft oder die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, die manche Firmen anderen Umfragen zufolge durch das Homeoffice bereits leiden sehen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.