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Intrapreneurship für neue Ideen: Nur wenige Unternehmen setzen darauf

Eine Reihe von sitzenden Menschen, von denen man nur die Beine sieht. Verschiedene Utensilien zeigen, dass es um kreative Ideen geht.
Immerhin jedes fünfte Unternehmen hat Projektteams gegründet, in denen Mitarbeiter kreative Ideen entwickeln.
Foto: © Zarya Maxim/Fotolia.de

Von den großen Unternehmen setzt immerhin schon jedes fünfte diese Möglichkeit ein.

Der digitale Wandel schreitet voran. Viele Unternehmen kooperieren dabei mit Startups, um neue Geschäftsideen zu entwickeln. Die Kreativität der eigenen Belegschaft nutzen jedoch nur wenige Firmen: Lediglich sieben Prozent der Unternehmen in Deutschland haben spezielle Programme oder Projekte angestoßen, damit die Mitarbeiter unternehmensinterne neue Geschäftsideen entwickeln können. In kleineren Betrieben mit 20 bis 99 Mitarbeitern setzen nur sechs Prozent auf Intrapreneurship, auch Incorporate Entrepreneurship genannt. Weitere 14 Prozent diskutieren darüber oder planen dies. In mittelständischen Betrieben mit 100 bis 499 Mitarbeitern nutzen 14 Prozent dieses Instrument und immerhin 21 Prozent diskutieren darüber. Großunternehmen ab 500 Mitarbeitern sind weiter: Bereits gut jede fünfte Firma (22 Prozent) fördert Intrapreneurship-Projekte und fast ein Viertel (24 Prozent) denkt darüber nach. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands > Bitkom zum Stand der Digitalisierung der deutschen Wirtschaft. An der Studie nahmen Geschäftsführer und Vorstände von 604 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern teil.

Unternehmergeist findet sich in jedem Unternehmen, unabhängig von seiner Größe – man muss nur bereit sein, ihm Zeit und Raum zu geben,

kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Befragungsergebnisse.

Bereitstellung von Ressourcen und Weiterbildung im Vordergrund

Die Studienteilnehmer, die bereits Intrapreneurship einsetzen oder dies planen, wurden danach gefragt, welche konkreten Maßnahmen sie ergriffen haben oder ergreifen wollen. Danach steht die Bereitstellung von Ressourcen wie Geld, Räume oder technische Geräte an erster Stelle. Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) gab dies an. Fast ebenso viele (46 Prozent) bieten Weiterbildungen oder Coachings für Mitarbeiter an. Jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) bildet Projektteams, die sich zeitweise oder dauerhaft aus dem Tagesgeschäft zurückziehen können, um neue Ideen zu entwickeln. Darüber hinaus unterstützen 17 Prozent die Ausgründung von Startups aus ihrem Unternehmen.

Intrapreneurship oft unbekannt oder als sinnlos eingestuft

Die Unternehmen, die sich bislang noch nicht mit Intrapreneurship beschäftigt haben, gaben dafür verschiedene Gründe an. Der Hauptgrund mit 46 Prozent der Nennungen ist schlicht, dass das Konzept unbekannt ist. Fast ein Drittel (30 Prozent) sieht keinen Sinn in dieser Form der Mitarbeiterbeteiligung. Außerdem sagen 18 Prozent, der notwendige Ressourcenaufwand sei zu hoch, 13 Prozent sehen einen fehlenden Rückhalt bei den Mitarbeitern und zwölf Prozent beklagen mangelndes Know-how im Unternehmen. Überdies gaben sieben Prozent der Befragten an, dass sie keinen Rückhalt für die Idee des Intrapreneurships von der Geschäftsleitung bekommen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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