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Homeoffice-Nutzung sinkt weiter

Homeoffice
Seit die Homeoffice-Pflicht entfallen ist, arbeiten weniger Menschen von zuhause aus. Vielen fehlen die Kollegen. Foto: © Mariia Korneeva-stock.adobe.com

Im Juli dieses Jahres haben weniger Arbeitnehmer hierzulande ihren Job in den eigenen vier Wänden erledigt als im Juni und in den vier Monaten davor. Der Anteil der Beschäftigten, die das Homeoffice zumindest teilweise nutzten, ging auf rund ein Viertel zurück. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfage des Ifo Instituts hervor.

Rückgang der Remote Worker von einem Drittel auf ein Viertel

Zwischen Februar und Mai 2021 lag der Anteil der Bundesbürger, die im Homeoffice arbeiteten, zwischen 30,3 und 31,7 Prozent und damit bei knapp einem Drittel. Bereits im Juni fiel die Quote erstmals unter 30 Prozent und betrug lediglich noch 28,4 Prozent. Nach der Abschaffung der Homeoffice-Pflicht fiel der Anteil im Juli auf 25,5 Prozent und machte nur noch etwa ein Viertel aus.

Die Menschen suchen wieder häufiger den persönlichen Kontakt im Büro,

sagt Jean-Victor Alipour, Experte für Homeoffice beim Ifo Institut. Das Institut gehe davon aus, dass sich in Zukunft vor allem hybride Arbeitsmodelle durchsetzen werden, so Alipour.

Weiterhin höchste Homeoffice-Quote bei Dienstleistern

Am höchsten war die Homeoffice-Quote mit 35,4 Prozent im Dienstleistungsbereich. Im Juni hatte sie noch 38,5 Prozent und im Januar 40,9 Prozent betragen. Den niedrigsten Anteil mit jeweils 6,3 Prozent wiesen naturgemäß Mitarbeiter im Einzelhandel und im Bauhauptgewerbe aus. Auch dort hatten in den vorhergehenden Monaten jedoch noch bis zu knapp zehn Prozent von zuhause aus gearbeitet. Im Verarbeitenden Gewerbe lag die Homeoffice-Quote bei 18,1 Prozent gegenüber 20,8 Prozent im Juni und einem Höchststand von 23,4 Prozent im März. Im Großhandel sank der Anteil der Telearbeiter von 24,3 Prozent im Februar und 21,4 Prozent im Juni (der höchste Anteil wurde im April mit 25,3 Prozent verzeichnet) auf 17,2 Prozent im Juli.

Unterschiedliche Entwicklungen im Verarbeitenden Gewerbe

Eine Einzelauswertung für das Verarbeitende Gewerbe zeigt, dass der Rückgang der Remote Worker bei den Getränkeherstellern am deutlichsten war: Er sank von 13,7 Prozent im Juni auf 5,3 Prozent im Juli. Am zweitstärksten fiel die Quote in der Chemieindustrie, dort nahm der Anteil von 25,3 Prozent innerhalb eines Monats auf 18,2 Prozent ab. Die höchste und deutlich überdurchschnittliche Homeoffice-Nutzung wiesen im letzten Monat die Pharmaindustrie (35,8 Prozent) und Bekleidungshersteller (33,9 Prozent) auf. In der Bekleidungsindustrie ist der Anteil sogar leicht gestiegen, das gleiche gilt in der Gesamtschau aller Branchen auch für den Bereich Forschung und Entwicklung.

Aus einer separaten Betrachtung des Dienstleistungssektors geht hervor, dass insbesondere Mitarbeiter von Fernseh- und Radiosendern wieder ins Firmenbüro zurückkehrten: Während im Vormonat noch 60,9 Prozent der Beschäftigten wenigstens teilweise im Homeoffice arbeiteten, waren es im Juli nur noch 36,9 Prozent. Auch im Verlagswesen sank der Anteil deutlich von 50.4 auf 40,3 Prozent.

Eine ausführliche Übersicht des Info Instituts über die Homeoffice-Entwicklung seit dem letzten Jahr gibt es > hier als Download.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.