Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Personaler sehen steigenden Bedarf an vollzeitnahen Modellen

Vollzeitnahe Teilzeit könnte auch für Männer/Väter und Führungskräfte das Modell der Zukunft sein.
Foto: © RioPatuca Images/Fotolia.de
Vollzeitnahe Teilzeit könnte auch für Männer/Väter und Führungskräfte das Modell der Zukunft sein.
Foto: © RioPatuca Images/Fotolia.de

In 40 Prozent der Unternehmen hierzulande sind Teilzeitmodelle verbreitet, bei denen die Arbeitszeit bei 50 bis 75 Prozent der vertraglichen Arbeitszeit liegt (sogenannte überhälftige Teilzeit). Nur acht Prozent bieten klassische Teilzeit an, also mit einer Arbeitszeit von weniger als 50 Prozent. Elf Prozent der Betriebe nutzen vollzeitnahe Modelle, bei denen die Arbeitszeit zwischen 75 und 90 Prozent liegt. In 41 Prozent der Unternehmen sind alle drei Varianten gleichermaßen vertreten.

Mehr als jedes zweite Unternehmen will künftig vollzeitnahe Teilzeit anbieten

Doch insbesondere der Anteil der vollzeitnahen Teilzeit dürfte weiter steigen: 55 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, dass ihre Unternehmen zukünftig genau solche Arbeitsmodelle verstärkt anbieten wollen. Die Wochenarbeitszeit liegt hierbei zwischen 28 bis 36 Stunden. Das sind Ergebnisse einer Umfrage, die der Bundesverband der Personalmanager (BPM) gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium unter 1500 Personalverantwortlichen durchgeführt hat.

Attraktives Modell auch für Führungskräfte

Sieben von zehn der befragten Unternehmen nutzen vollzeitnahe Teilzeit, damit die Mitarbeiter mit Hilfe der Arbeitsreduzierung Beruf und Familie besser vereinbaren können. Die Hälfte der Betriebe stockt damit geringe Teilzeit auf. Die Personalverantwortlichen halten vollzeitnahe Teilzeit nicht nur für Frauen für wichtig: Fast die Hälfte (46 Prozent) findet sie auch für ihre männlichen Mitarbeiter wichtig. Außerdem sehen neun von zehn Unternehmen in vollzeitnahen Arbeitsmodellen eine gute Chance, Teilzeit auch für Führungskräfte attraktiv zu machen.

Mitarbeiter wollen zunehmend Arbeitszeiten, die sich den aktuellen Lebensumständen anpassen und nicht umgekehrt. Insbesondere Teilzeitmodelle mit nur geringen Auswirkungen auf Arbeitszeit und Gehalt sind deshalb attraktiv,

sagt Dr. Elke Eller, Präsidentin des BPM und Arbeitsdirektorin der TUI Group. Solche Modelle gäben den Mitarbeitern mehr Zeit, um sich um Kinder, pflegebedürftige Angehörige oder einfach um sich selbst zu kümmern. Und ihre Auswirkungen auf das Einkommen seien für die Mitarbeiter oft besser verkraftbar als Modelle, bei denen sich das Einkommen um die Hälfte oder mehr reduziert, so Eller.

Erfolgsfaktoren und Herausforderungen

Als wichtigste Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung vollzeitnaher Arbeitsmodelle nennen die befragten Personalmanager die Akzeptanz durch die Führungskräfte (35 Prozent), eine flexible Organisationsstruktur (27 Prozent), den flexiblen Umgang mit Arbeitszeiten sowie Transparenz im Team (jeweils 22 Prozent).

Die größte Herausforderung bei der Umsetzung vollzeitnaher Teilzeit ist die Erfordernis neuer, flexiblerer Lösungen bei der Aufgabenverteilung und der Abdeckung von Servicezeiten; 89 Prozent der Personaler sehen dies so. An zweiter Stelle mit 86 Prozent steht die Gefahr der Arbeitsverdichtung, da eine Umverteilung von Aufgaben bei geringer Arbeitszeitverkürzung oft nicht möglich ist.

Die vollständige Präsentation der Befragungsergebnisse steht zum > Download bereit.