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Personalinstrumente wirken zum Teil altersabhängig

Mehr Gehalt oder andere Versorgungsleistungen tragen bei älteren Mitarbeitern nicht zu mehr Bindung bei.
Foto: © JackF/Fotolia.de
Mehr Gehalt oder andere Versorgungsleistungen tragen bei älteren Mitarbeitern nicht zu mehr Bindung bei.
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Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Wirkung von Personalinstrumenten zum Teil vom Alter der Mitarbeiter abhängt.

In der Studie stellte das Forscherteam der beiden Universitäten die Arbeitnehmer in den Mittelpunkt. Das Ziel war, herausfinden, wie die Mitarbeiter Personalmaßnahmen im Unternehmen tatsächlich wahrnehmen und bewerten. Dafür befragte Untersuchungsleiter Dr. Jörg Korff, Psychologe am Lehrstuhl für Personalmanagement und Führung der Universität Mannheim, gemeinsam mit den Professoren Torsten Biemann von der Universität Mannheim und Sven Voelpel, Direktor des WDN – WISE Demographie Netzwerks an der Jacobs University, 600 Mitarbeiter im Alter zwischen 18 und 63 Jahren in 64 Geschäftseinheiten von 15 Unternehmen.

Aus Perspektive der Mitarbeiter lassen sich zwei Gruppen von Maßnahmen unterscheiden: solche, die der Versorgung dienen wie Arbeitsplatzsicherheit, Arbeitszeitflexibilität und Entgelt und solche, die die Entwicklung fördern wie Aus- und Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten oder Personalauswahl.

Entwicklungsförderung erhöht die Loyalität bei allen Altersgruppen

Die Studie zeigt, dass Personalmaßnahmen, die auf die Mitarbeiterentwicklung abzielen, für alle Mitarbeiter von Bedeutung sind, unabhängig vom Alter. Sowohl jüngere als auch ältere Mitarbeiter reagieren positiv auf entwicklungsfördernde Personalinstrumente im Hinblick auf die Arbeitsleistung und die Bindung ans Unternehmen.

Monetäre Maßnahmen verpuffen bei Alteren

Dagegen sind Praktiken zur Versorgung nur für jüngere Mitarbeiter von Relevanz – für die Forscher ein überraschendes Ergebnis. Für das Leistungsverhalten und die Unternehmensbindung Älterer spielen kostspielige und oft aufwendige versorgungsunterstützende Instrumente keine Rolle mehr. Die Mitarbeiter würden bei solchen Personalpraktiken, so Studienleiter Jörg Korff, nüchterne Kosten-Nutzen-Rechnungen aufmachen. In solche Rechnungen fließe zum Beispiel die subjektiv wahrgenommene Stellung im Unternehmen mit ein. Wenn diese mit zunehmendem Alter steige – und das werde durch das Senioritätsprinzip gefördert – dann gerate das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Gleichgewicht.

Ein höheres Entgelt führt bei Jüngeren noch zu der subjektiven Verpflichtung, sich enger an das Unternehmen zu binden und bessere Leistungen abzuliefern. Für ältere Mitarbeiter gilt das aber nicht mehr,

resümiert der Psychologe. Investitionen für aufwendige Personalinstrumente liefen daher oft ins Leere.

Angesichts der Studienergebnisse plädieren die Forscher dafür, dass Unternehmen ihre Personalführungsinstrumente altersdifferenziert einsetzen sollten. In Zeiten des demographischen Wandels und zunehmend alternden Belegschaften könnten so die Potenziale der eingesetzten Personalmaßnahmen besser ausgeschöpft und das Leistungsvermögen von Mitarbeiten gesteigert werden.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift “Journal of Organizational Behavior” veröffentlicht und kann > hier online abgerufen werden.

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