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Weih­nachts­stress: Post­zu­steller über­durch­schnitt­lich lange krank

Gelbe Fahrräder mit Posttaschen
Die Weihnachtszeit ist gerade für Postzusteller stressig. Foto: © 11066063

Das zeigt eine Zusatzauswertung zum Gesundheitsreport 2019 der Techniker
Krankenkasse (TK). Demnach sind Paket- und Postlieferanten deutlich
länger krank als der Durchschnitt der Beschäftigten. Statistisch gesehen
waren sie mit 25,2 Fehltagen pro Kopf rund zehn Tage länger
krankgeschrieben als Berufstätige insgesamt mit 15,5 Tagen.

Rückenprobleme und die Psyche

Albrecht
Wehner, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung sagt:

Besonders die körperliche Belastung und das Verletzungsrisiko sind in
den Zustellberufen hoch. Hinzu kommt eine hohe psychische Belastung.
Zeitdruck, hohes Verkehrsaufkommen auf den Straßen und teilweise auch
unzufriedene Kunden sind alles Faktoren, die für ein hohes Stresslevel
sorgen und die Psyche angreifen können.

Das
bestätigen auch die Zahlen: Post- und Paketzusteller mussten aufgrund
von Muskel-Skeletterkrankungen mit rund 7 Tagen mehr als doppelt so
lange zu Hause bleiben wie der Durchschnitt mit dieser Diagnose (2,7
Tage). 3,8 Tage entfielen auf Verletzungen und Vergiftungen
(Durchschnitt 1,6) und 3,5 Tage auf psychische Erkrankungen wie
Depressionen und Belastungsstörungen (Durchschnitt 2,8).

Mit Prävention und Wertschätzung gegen den Stress

Hier
sind auch die Arbeitgeber gefragt, mehr in die Gesundheit ihrer
Mitarbeiter zu investieren. Gemeinsam mit den Berufsgenossenschaften ist
es deren Aufgabe, präventiv bedarfsgerechte Arbeitsschutzmaßnahmen zu
entwickeln, um zum Beispiel Unfälle zu vermeiden. Aber auch ein
Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist langfristig sinnvoll.
Dabei können die Krankenkassen unterstützen. Das reicht von Angeboten
zur Analyse der Arbeitssituation bis zur Ableitung von konkreten
Maßnahmen.

Das können strukturelle Veränderungen zur
Stressreduktion sein, wie zum Beispiel ausreichend Zeit für Lieferungen
einzuplanen oder durch Tracking Transparenz für Kunden zu schaffen. Aber
auch gezielte Angebote wie zum Beispiel Rückentrainings für den
körperlichen Ausgleich oder Maßnahmen zur Stressprävention,

so Albrecht Wehner, der Wertschätzung und Anerkennung für ebenso wichtig hält:

Manchmal reicht schon ein einfaches Dankeschön an der Haustür für das
pünktlich gelieferte Paket, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
motivieren, weiterhin ihr Bestes zu geben.