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Potenzial von Plattformen zu wenig ausgeschöpft

 

Plattform-Ökonomie, digitale Plattform oder Plattform-Märkte? Sechs von zehn Geschäftsführern und Vorständen (62 Prozent) sind diese Begriffe völlig fremd. So das Ergebnis einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom e. V. Dabei hängt der Bekanntheitsgrad deutlich von der Größe des Unternehmens ab: 34 Prozent in Unternehmen bis 499 Mitarbeitern stehen 52 Prozent in Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern gegenüber. Befragt wurden für die Studie 503 Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder sieht Nachholbedarf: “Alle Unternehmen sind gut beraten, eine individuelle Plattform-Strategie zu entwickeln.”

Plattform-Ökonomie in der Personalwirtschaft

In der Personalwirtschaft stehen Unternehmen ebenfalls vor der Frage, ob und wie sie die Plattform-Ökonomie für sich nutzen können. Hier läuft das Thema meist unter dem Begriff Crowdworking – in den USA als Gig Economy bezeichnet: Wenn kurzfristig Verstärkung benötigt wird oder Spezialisten gefragt sind, birgt sie gute Recruiting-Chancen.

Im Dezember 2016 hatte Bitkom repräsentative Umfrageergebnisse zum Einsatz von Crowdworking veröffentlicht. Danach ist diese Variante der Plattform-Ökonomie, also die projektbezogene Zusammenarbeit auf rein digitaler Ebene,  in Deutschland nur bei jedem vierten Unternehmen bekannt (26 Prozent). Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern sowie Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern sind jedoch bereits mit 11 Prozent und 21 Prozent erfahrener in Sachen Crowdworking. Und es zeichnet sich ein Trend ab: 29 Prozent beziehungsweise 32 Prozent können sich vorstellen, diese neue Möglichkeit der Personalgewinnung zu nutzen. Befragt wurden 1.534 Unternehmen ab drei Beschäftigten.

Crowdworking in der Praxis

Für manchen Personaler ist die Gig Economy bereits ein effektives Instrument. Andre Stark vom Reifen- und Autodienstleister Vergölst sieht jede Menge Potenzial: “Organisationen können wesentlich schneller auf neue Situationen wie zum Beispiel marktbedingte Schwankungen oder unerwartete Entwicklungen reagieren”, so der Teamleiter Personal im Interview mit der Personalwirtschaft. Dabei sei Crowdworking jedoch kein Ersatz für feste Mitarbeiter. Natürlich kommen mit dieser Lösung zugleich neue Herausforderungen auf die Unternehmen zu: Führungskräfte und HR müssen sich überlegen, wie man die externen Arbeitskräfte ins Projekt integriert. “Das Vertrauensverhältnis kann in der Regel nicht so intensiv aufgebaut werden wie zu festen Mitarbeitern. Entsprechend hat die Führungskraft eine wichtige Kontrollfunktion”, sagt Stark. Crowdworking ist somit keine Standardlösung, aber ein zukunftsträchtiges neues Element im HR-Instrumentarium und somit: good to know.

Lesetipp:
Lesen Sie das komplette Interview mit Andre Stark, Teamleiter Personal beim Reifen- und Autodienstleister Vergölst. Es ist Teil unserer › Print-Ausgabe 02/2017 mit dem Schwerpunkt der Gig Economy.

Weitere Informationen zu Plattform-Ökonomie finden Sie in der › Pressemitteilung des Bitkom.