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Private Nutzung von Firmengeräten gestiegen

Frau im Sessel mit Laptop, im Hintergrund Cybersicherheit-Symbole
Viele Homeworker nutzen den Firmen-PC auch für private Zwecke. Nicht jeder ist sich der Risiken bewusst.
Foto: © Tierney-stock.adobe.com

Seit Beginn der Krise ist die private Nutzung von Firmengeräten in Deutschland um 52 Prozent auf täglich ein bis zwei Stunden gestiegen. 43 Prozent rufen private E-Mails über die Firmen-PCs-, -Laptops oder -Smartphones ab, 30 Prozent tätigen damit Überweisungen, überprüfen ihren Kontostand oder handeln mit Aktien. Ebenso viele tätigen damit Online-Käufe. Zehn Prozent nutzen die Geräte auch für Online-Dating mit Apps wie Tinder, Bumble oder Match.com. Das zeigt eine Befragung im Auftrag von Mimecast. Dafür wurden zwischen dem 15. und 25. September 1106 Angestellte in acht Ländern, darunter Deutschland, befragt, die derzeit über Firmengeräte von zuhause aus arbeiten.

Knapp jeder Dritte erhält keine Vorgaben zur persönlichen Nutzung von Firmengeräten

Mehr als jeder zweite Befragte (55 Prozent) gibt an, sich nur manchmal oder sogar nie dessen bewusst zu sein, dass Links in E-Mails, auf Webseiten oder in Social Media eine Bedrohung für ihr Gerät darstellen können. Fast jeder dritte Studienteilnehmer hierzulande (30 Prozent) sagt, dass es keine Vorgaben des Arbeitgebers zur persönlichen Nutzung von firmeneigenen Geräten gibt oder ist sich dessen nicht sicher. Fast zwei Drittel (63 Prozent) haben keine Schulung zum Thema Cyber-Sicherheit beim Arbeiten von zuhause aus erhalten. Damit ist Deutschland das Schlusslicht im Vergleich zu den anderen untersuchten Ländern. In Holland erhielten beispielsweise 48 Prozent der Befragten kein Training und in Großbritannien rund 42 Prozent.

Es ist nicht nur so, dass die Mitarbeiter riskieren, dass ihr Gerät infiziert wird, sondern dass sich dies auf das Firmennetzwerk ausbreiten kann. Das kann zu Datenverlust, Geschäftsausfall oder zu einer geringeren Produktivität der Mitarbeiter führen,

warnt Klaus Seidl, Vice President DACH bei Mimecast. Laut einer aktuellen E-Mail-Sicherheitsstudie von Mimecast breiteten sich 67 Prozent der Cyber-Angriffe in Unternehmen vom infizierten Gerät eines Benutzers auf andere aus. Seidl rät deshalb dazu, regelmäßig ein Cyber-Sicherheitsbewusstseinstraining anhand von realitätsnahen Beispielen durchzuführen.

Ein E-Book mit ausführlichen Ergebnissen der Befragung in englischer Sprache kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.