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Psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz

Schlechte Führung und Kommunikation oder andere Faktoren - eine neue Studie untersucht, was Mitarbeiter psychisch belastet. Foto: © ra2 studio/Fotolia.de
Schlechte Führung und Kommunikation oder andere Faktoren – eine neue Studie untersucht, was Mitarbeiter psychisch belastet. Foto: © ra2 studio/Fotolia.de

Ob Kommunikation, Führung oder Konflikte – es gibt verschiedene Faktoren, die Mitarbeiter psychisch belasten können. Derzeit führt das EO Institut eine wissenschaftliche Studie unter deutschen Arbeitnehmern durch, um solche psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz zu ermitteln. Die Erhebung soll die Ergebnisse der “Gefährdungsbarometer-Arbeitgeber-Studie 2016” vertiefen, die im November vergangenen Jahres veröffentlicht wurde.

Jedes vierte Unternehmen kennt die gesetzliche Verpflichtung nicht

Die Arbeitgeberstudie zeigt den bisherigen Umsetzungsstand der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in deutschen Unternehmen. Danach ist mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Unternehmen gar nicht über die gesetzliche Verpflichtung zur Durchführung dieser Gefährdungsbeurteilung informiert. Von den informierten Betrieben beschäftigen sich 51 Prozent bereits systematisch mit psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. 36 Prozent der Arbeitgeber wissen zwar von der gesetzlichen Verpflichtung, setzen sie aber nicht um. Acht Prozent gaben an, dass sie die Gefährdungsbeurteilung in Kürze durchführen wollen.

38 Prozent der Betriebe führen die Gefährdungsbeurteilung durch

38 Prozent der Firmen sagten, dass die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen in ihrem Unternehmen bereits durchgeführt wurde. Dabei werden 28 Prozent der Gefährdungsbeurteilungen durch den Betriebsrat initiiert. 62 Prozent übertragen die Verantwortung für die Durchführung der Personalabteilung oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit. 24 Prozent setzen allein auf eine Fragebogenerhebung im Betrieb.

Mehr als jedes dritte Unternehmen fühlt sich bei der Umsetzung überfordert

Die Studie zeigt, dass die Mehrheit – 73 Prozent – die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen als wichtigen Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsschutzes betrachtet. Es gibt jedoch Hürden: 36 Prozent sehen sich mit der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung überfordert. Als Gründe nannten die Unternehmen mangelndes Fachwissen, fehlende gesetzliche Vorgaben sowie  begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Der komplette Studienbericht steht als > PDF-Datei zur Verfügung.

Arbeitnehmerbefragung bis zum 20. September

Im Rahmen der nun laufenden “Gefährdungsbarometer-Beschäftigten-Befragung” werden verschiedene Merkmale der beruflichen Tätigkeit erfasst und Zusammenhänge zwischen der Arbeitsplatzgestaltung und der individuellen psychischen Gesundheit untersucht. An der Befragung können Mitarbeiter aus allen Wirtschaftszweigen teilnehmen. Die Teilnahme ist noch bis zum 20. September möglich. Die Beantwortung der Fragen dauert circa 15 Minuten. Alle Angaben werden anonymisiert ausgewertet. Anschließend erhalten die Teilnehmer ein individuelles Feedback zu positiven und kritischen Faktoren an ihrem persönlichen Arbeitsplatz. Die Ergebnisse der Befragung werden am 12. Oktober auf der Fachmesse “Arbeitsschutz Aktuell” in Hamburg präsentiert. Zur Befragung geht es > hier.