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SAP & Partner: Viel Neues

Foto: wladimir1804/stock.adobe.com
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Die Digitalisierung nimmt noch nicht in allen Unternehmen an Fahrt auf. Vielfach fehlen dafür ganzheitliche Konzepte und oft sind die Prozesse nicht einmal so definiert, dass man sie wirklich digitalisieren könnte.

Der Umzug vieler HR-Daten in die Cloud ist aufgrund der Vorteile der Cloud zwar angesagt, doch vor allem bei der Zeitwirtschaft klappt das mit dem bestehenden SAP-Portfolio bisher wenig zufriedenstellend. Es sind auch die veränderten Forderungen der Kunden alte Zöpfe abzuschneiden und der jungen Generation im Hinblick auf eine bessere User Experience, die die SAP-Partnerwelt herausfordern. Agile Projektwerkzeuge und Design Thinking sollen die Transformation in eine digitalisiertere, moderne Unternehmenswelt unterstützen.

Neue Anforderungen – neue Wege gehen

Während früher Pflichtenhefte als Basis für die Umsetzung von Projekten galten, aber kaum jemanden interessierte, ob die Lösungen anwenderfreundlich waren, sollen sie heute von allen Beteiligten – sozusagen im People-Based-Ansatz – mitkonzipiert werden. Alle an den Prozessen teilnehmenden Akteure sollen sich darin wiederfinden.

Damit wollen sich Unternehmen vor allem auch für die junge Generation herausputzen, müssen aber gleichzeitig Wege finden, die älteren Mitarbeiter dennoch in die Zukunft mitzunehmen. Prozesse, Prozesse, Prozesse heißt dafür das Zauberwort. Zunächst aber müssen die Unternehmen eine Bestandsaufnahme durchführen, um ihren Status Quo herauszufinden. Veränderungsbereitschaft hat allerdings ihre Grenzen dort, wo eine langfristig gewachsene Unternehmenskultur weniger Spielräume für Veränderung zulässt.

Die Cloud reicht nicht immer

Auch wenn die Cloud, die vor allem von Personalern lange Zeit gemieden wurde, nachweislich eine Reihe von Vorteilen bietet, ist sie dennoch nicht in allen Fällen die ideale Wahl. Vor allem nicht für die Zeitwirtschaft und die Payroll, die hierzulande nicht nur von Branche zu Branche unterschiedlichste Anforderungen haben können. Auch Betriebsvereinbarungen und tarifliche Regelwerke können so detailliert sein, dass vorhandene SAP SaaS-/Cloud-Lösungen die Grätsche machen. Einfach weil sie technisch nicht so flexibel sein können, wie das vielfach von Unternehmen gefordert wird.

Allerdings bietet SAP-Partnerlösungen in diesen Bereichen an, über die das Gros der Anforderungen abgedeckt werden kann. Nur, so die Forderung, sollte SAP, die den Umstieg in die Cloud forciert, die Systempartner mit bestimmten Anreizen unterstützen.

Mehr Beteiligung für den Shop Floor

Die meisten der gesuchten Fachkräfte sind nicht die sogenannten White-Collar-Worker, die Angestellten in den Büros, sondern die Blue Collar Worker, die Mitarbeiter in den Werkshallen und den Produktionsbetrieben, die aber bisher nur wenig oder gar nicht an die Kommunikation im Unternehmen angekoppelt sind. Doch auch für diese Zielgruppe ist ein Unternehmen umso attraktiver, je moderner es sich auch dem Shop Floor Mitarbeiter darstellt.

Vorbei ist die Zeit der wenig akzeptierten Kiosksysteme in den Fluren der Produktionshallen: Smartphones sollen dieser Gruppe von Mitarbeitern das gesamte HR-Portfolio, von ESS über Kommunikationswerkzeuge, zugänglich machen.  Das wirft allerdings noch einige logistische, technische und infrastrukturelle Fragen auf, die zunächst zu klären sind.

DSGVO: schwieriger Umgang im mobilen Arbeitsumfeld

Anderthalb Jahre nach Inkrafttreten der DSGVO besteht noch oft Unsicherheit darüber, inwiefern insbesondere der boomende mobile Bereich mit seinen Smartphones und Tablets und anderem mobilem Arbeitswerkzeug nicht durch die Datenschutzgrundverordnung in ihrer User Experience ausgebremst wird.

Für Laien ist es oft kaum nachvollziehbar, dass die vorhandene Technik durchaus in der Lage ist, auch sonst eher DSGVO-kritische Lösungen wie den Messenger WhatsApp, dennoch DSGVO-konform einzubinden. Doch auch andere gesetzliche Regeln wie das Arbeitszeitgesetz können der Nutzung mobiler Endgeräte, deren Vorteil vor allem der zeitunabhängige Einsatz ist, unter Umständen einen Riegel vorschieben.

Künstliche Intelligenz – ein Dauerbrenner?

In den vergangenen zwei Jahren ist über KI so viel geschrieben und über die Konsequenzen ihres Einsatzes so viel gemutmaßt worden, dass man meinen könnte, eine Sättigung im Umgang mit diesem Thema sei eingetreten. Dabei steht die Entwicklung von Lösungen für die große Mehrheit der Aufgaben, nicht nur im Personalbereich, die durch den Einsatz von KI einen großen Schub erhalten wird, erst am Anfang.

Es geht dabei nicht nur um Analytics und Chatbots, die riesige Volumen von Anfragen abarbeiten können, sondern um alle Funktionen in HR. Europa könnte, so die Vermutung, allerdings aufgrund engerer gesetzlicher Regeln im Vergleich zu China, wo die Entwicklungen der KI rasante Fortschritte machen, ins Hintertreffen geraten. Mit etwas Kreativität und Einsatz lässt sich allerdings, auch unter Einhaltung des europäischen Werteverständnisses, so viel aus den über SAP zur Verfügung gestellten Daten “herausholen”, dass zumindest wieder ein Gleichgewicht entstehen kann.

Bilderstrecke:

Fehlende ganzheitliche Konzepte bei der Digitalisierung, neue Anforderungen der Anwender, neue Technologien und anwenderfreundliche Lösungen auch für den Shop Floor, DSGVO und KI.

 

Ulli Pesch ist freier Journalist und schreibt regelmäßig über das Thema HR-Software in der Personalwirtschaft.