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Unzufriedenheit im Job: meist liegt es am Vorgesetzten

Vorgesetzter weist Mitarbeiter am Arbeitsplatz zurecht.
Für eine schlechte Stimmung am Arbeitsplatz ist laut einer Befragung von Berufstätigen vor allem der Chef verantwortlich.
Foto: © fizkes/StockAdobe

Im Rahmen der Studie “Arbeitsplatz im Fokus” hat die Unternehmensberatung > Staufen mehr als 1500 Arbeitnehmer in Deutschland repräsentativ danach befragt, welche Faktoren bei ihnen zur Zufriedenheit im Job beitragen und welche eher dafür sorgen, dass sie unzufrieden sind.

Nette Kollegen noch etwas wichtiger als interessante Aufgaben und das Geld

Von den zufriedenen Arbeitnehmern gaben zwei Drittel (66 Prozent) und damit die meisten an, dass die netten Kollegen dazu beitragen. Fast ebenso viele (63 Prozent) sagten, interessante Aufgaben seien der Grund dafür, dass sie sich bei ihrer Arbeit wohlfühlen. An dritter Stelle in Sachen Zufriedenheit steht ein gutes Gehalt, dass knapp die Hälfte der Befragten nannten. Rund ein Viertel der Studienteilnehmer (23 Prozent) sagt, das Glücklichsein hänge mit guten Führungskräften zusammen.

Der Chef ist der größte Frustfaktor

Anders sieht es aus, wenn es um die Gründe für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz geht: In diesem Fall macht jeder zweite, der im Job frustriert ist, seine Vorgesetzten dafür verantwortlich. Erst mit Abstand folgen eine zu niedrige Bezahlung sowie langweiligen Aufgaben. Ein weiteres Ergebnis: Lediglich circa jeder vierte Mitarbeiter empfindet seine Führungskraft uneingeschränkt als Teil des Teams. Die Mehrheit gibt immer noch an, teilweise oder ausschließlich von einem klassischen Chef geführt zu werden mit entsprechender Distanz zum Team.

Führung wird oft missverstanden als reine Allokation von Arbeitskraft und nachfolgender Leistungsbewertung. Aber so kann die Motivation und die Einsatzbereitschaft der Belegschaft nicht gesteigert werden,

sagt Dr. Alexandra Hey, Unternehmensberaterin bei Staufen. Stattdessen müssten die Mitarbeiter individuell angesprochen und in ihrer Persönlichkeit gestärkt und weiterentwickelt werden. Die Studienergebnisse zeigten, dass eine kontinuierliche Verbesserung in Sachen Leadership notwendig sei. Auch seien eine positive Führungskultur im Sinne des Lean Managements und eine klare Teamorganisation mitentscheidend für den Unternehmenserfolg.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.