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Schlechte Unternehmenskultur macht krank

Bei einer guten Unternehmenskultur, zu der auch Lob gehört, fühlen sich Mitarbeiter gesünder. 
Foto: © Trueffelpix/Fotolia.de
Bei einer guten Unternehmenskultur, zu der auch Lob gehört, fühlen sich Mitarbeiter gesünder.
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Mitarbeiter, die die Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers als schlecht empfinden, sind deutlich unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit als andere und haben häufiger körperliche und psychische Beschwerden, die im Zusammenhang mit ihrer Arbeit stehen. Mehr als jeder Vierte (27,5 Prozent), der seine Unternehmenskultur als schlecht bewertet, ist auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Von jenen Mitarbeitern, die ihre Unternehmenskultur positiv wahrnehmen, sind nur 8,9 Prozent mit ihrer Gesundheit unzufrieden.

Doppelt so viele Beschwerden bei schlechter Unternehmenskultur

Außerdem klagen bei einer schlechten Unternehmenskultur zwei Drittel (66,6 Prozent) der Arbeitnehmer über körperliche Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit stehen, während es bei einer guten Unternehmenskultur nur knapp ein Drittel (32 Prozent) ist. Ähnliches gilt bei psychischen Beschwerden, hier sind es 65,1 Prozent gegenüber 35,8 Prozent. Das zeigt der Fehlzeiten-Report 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der erstmals untersucht hat, welchen Einfluss die Unternehmenskultur auf die Gesundheit der Beschäftigten hat. Für die Studie wurden im Februar dieses Jahres 2007 Erwerbstätige im Alter zwischen 16 und 65 Jahren repräsentativ befragt.

Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit,

kommentiert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Reports, die Befragungsergebnisse.

Mehr Fehlzeiten und öfter krank zur Arbeit

Die Unternehmenskultur wirkt sich auch auf den Umgang der Mitarbeiter mit ihren Erkrankungen aus: Bei einer schlecht bewerteten Unternehmenskultur hat nahezu jeder Dritte (31 Prozent) im letzten Jahr mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. Bei einer positiv erlebten Unternehmenskultur blieb nur etwas mehr als jeder Sechste (16,9 Prozent) mehr als 14 Tage der Arbeit fern. Andererseits hat die erlebte Unternehmenskultur auch Einfluss darauf, wie häufig Mitarbeiter entgegen dem ärztlichen Rat krank zur Arbeit gehen: Von den Arbeitnehmern, die ihre Unternehmenskultur positiv erleben, tun das 11,8 Prozent, während es im gegenteiligen Fall mit 16,7 Prozent etwas häufiger vorkommt.

Loyalität und Lob besonders wichtig

Wie zeichnet sich nun eine gesundheitsfördernde Unternehmenskultur aus? Im Rahmen der Studie wurden verschiedene Facetten beleuchtet, vom Führungsstil über Mitarbeiterorientierung bis zur Entlohnungsgerechtigkeit. Für die meisten befragten Mitarbeiter – mehr als drei Viertel (78 Prozent) – ist vor allem die Loyalität des Arbeitgebers wichtig. Doch nur 55 Prozent erleben tatsächlich, dass das Unternehmen hinter ihnen steht. Lob im Arbeitsalltag finden 69 Prozent der Berufstätigen von Bedeutung, aber lediglich die Hälfte wird für gute Arbeit gelobt.

Weitere Informationen gibt in einer > Zusammenfassung und einem > Überblick des Fehlzeiten-Reports.