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Schwächen in der Führungspraxis

Das Thema Führung ist weiterhin brandaktuell und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Allerdings bekommen deutsche Manager von ihren Mitarbeitern oft schlechte Noten. Auch die Arbeit der HR-Abteilungen in Sachen Führungskräfteunterstützung wird schlecht bewertet, sogar von den Personalern selbst.

92 Prozent der Mitarbeiter, Führungskräfte und Personalverantwortlichen sind der Meinung, dass gute Führungskräfte die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens deutlich verbessern können. 93 Prozent sagen, dass gute Führungskräfte die Arbeitgeberattraktivität steigern können. Gut drei Viertel (76 Prozent) gehen davon aus, dass Führung in Zukunft noch eine noch wichtigere Rolle spielen wird, als es bisher der Fall ist. Das zeigt die Studie “Deutschland führt?!”, die Information Factory zusammen mit stellenanzeigen.de und der “Personalwirtschaft” bundesweit durchgeführt hat. Dafür wurden von März bis Juni 2015 knapp 2.000 Mitarbeiter, Führungskräfte und HR-Verantwortliche befragt.

Lücke zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung der Vorgesetzten

In der Unternehmenspraxis läuft jedoch nicht alles rund. Die Selbstwahrnehmung der Führungskräfte stimmt nicht mit dem Bild überein, das die Belegschaft von ihnen hat: So sagen nur 43 Prozent der befragten Mitarbeiter, dass die Zusammenarbeit mit ihren Vorgesetzten wirkungsvoll ist, während auf Seiten der Führungskräfte 90 Prozent der Ansicht sind, mit ihren Mitarbeitern effektiv zusammenzuarbeiten.

Defizite bei Kommunikation, Zielvorgaben und Motivierung

Mitarbeiter, Führungskräfte und Personaler sind sich darin einig, dass die Fähigkeit, mit Mitarbeitern erfolgreich zu kommunizieren, heute eine der wichtigsten Fähigkeiten erfolgreicher Führungskräfte ist. Hier gibt es allerdings Defizite: Während nur 42 Prozent der Mitarbeiter angeben, dass ihr Vorgesetzter einen offenen und ehrlichen Dialog mit ihnen führt, behaupten dies 93 Prozent der Führungskräfte von sich. Weiterhin ist nur ein Drittel der Angestellten der Meinung, klare Zielvorgaben zu erhalten, jedoch geben 86 Prozent der Chefs an, ihren Mitarbeitern klare Ziele vorzugeben.

Auch bei den Themen Feedback und Motivation kommen die Vorgesetzten nicht gut weg: Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Führungskräfte behaupten, regelmäßiges Feedback zu geben, was jedoch nur ein Viertel der Mitarbeiter bestätigt. 76 Prozent der Führungskräfte glauben, mit Begeisterung voranzugehen, aber lediglich 36 Prozent der Mitarbeiter nehmen dies so wahr. Auch sagen nur 45 Prozent der Mitarbeiter, Spaß im Job zu haben.

Führungskräfteentwicklung verbesserungswürdig

Während die Mitarbeiter ihren Vorgesetzten im Hinblick auf Führung und Motivation Schwächen attestieren, möchten sich die Führungskräfte in erster Linie fachlich weiterentwickeln und ihre unternehmerischen Kompetenzen ausbauen. Das legt die Frage nahe, ob die falschen Personen Führungskräfte werden. Immerhin sind 64 Prozent der befragten Mitarbeiter und sogar 52 Prozent der Führungskräfte selbst dieser Meinung. Allerdings ist das nicht unbedingt die alleinige Ursache für die Qualitätsprobleme. So sind fast zwei Drittel (65 Prozent) der Führungskräfte der Ansicht, dass sie zu wenig auf ihre Rolle vorbereitet werden. Das denken auch 69 Prozent der HR-Verantwortlichen.

Die Mehrheit der Führungskräfte (69 Prozent) sowie der Mitarbeiter (65 Prozent) findet, dass Führungskräfte besser von der Personalabteilung unterstützt werden sollten. Selbst 69 Prozent der Personaler stimmen dem zu. Darüber hinaus stuft ein Drittel der Führungskräfte die aktuellen Führungsprogramme in ihrem Unternehmen als nicht zielführend ein – und auch diese Einschätzung teilen mit 31 Prozent nahezu gleich viele HR-Mitarbeiter.

Die Studie steht > hier als Download bereit.