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Schwesig will Verpflichtung ausweiten

Familienministerin Schwesig am Vorabend des Internationalen Frauentags 2017 auf einem Empfang im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
Foto: © Florian Gaertner@phototek.net
Familienministerin Schwesig am Vorabend des Internationalen Frauentags 2017 auf einem Empfang im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
Foto: © Florian Gaertner@phototek.net

Seit dem 1. Januar 2016 gilt in Deutschland die feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen; betroffen sind aktuell 106 Firmen. 3.500 weitere Unternehmen sind verpflichtet, sich zumindest verbindliche Ziele für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen zu setzen.

Börsennotierte Unternehmen halten sich an die Vorgaben

Anlässlich des Internationalen Frauentages haben Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und Bundesjustizminister Heiko Maas heute die erste jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen vorgestellt. Das Ergebnis: Alle börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen, die 2016 neue Aufsichtsratsposten zu besetzen hatten, haben sich an die feste Quote gehalten haben. Rund 70 Prozent der betrachteten Unternehmen haben sich Zielgrößen gesetzt.

Schwesig fordert verbindiche Quote für mehr Firmen

“Man sieht, es funktioniert”, sagte Schwesig, die Quote wirke. In den Unternehmen und in der Gesellschaft habe es einen Kulturwandel gegeben und es gebe heute mehr Frauen in Führungspositionen. Die Familienministerin übte aber auch Kritik daran, dass sich in den Vorständen der Unternehmen noch zu wenig bewege und Frauen dort immer noch stark unterrepräsentiert seien. Auch forderte Schwesig für mehr Unternehmen eine verbindliche Frauenquote. Gegenüber dem ARD-“Morgenmagazin” sagte sie:

Da, wo sich Unternehmen selbst die Zielvorgaben setzen können, sagen tatsächlich welche: null. Die provozieren, dass wir uns in der nächsten Legislaturperiode dieses Gesetz noch mal vorknöpfen und sagen: Dann muss auch die harte Quote für diese Unternehmen gelten.

Geschlechterquote auch für Vorstände großer Unternehmen geplant

Manuela Schwesig kündigte an, sie wolle “die Regierungszeit bis zum letzten Tag” nutzen, um dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern näher zu kommen. Zu den nächsten Schritten zählt eine Ausweitung der Geschlechterquoten auch für Vorstände großer Unternehmen. Außerdem sind die Einführung eines Familiengeldes für mehr Zeit für Familie sowie ein Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern auch in Grundschulen geplant. Des Weiteren soll der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende verbessert werden. Für Frauen und Männer, die Angehörige pflegen oder in der Pflege arbeiten, forderte die Ministerin mehr staatliche Unterstützung und Wertschätzung. Darüber hinaus soll das Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit, das jetzt im Parlament ist, auf den Weg gebracht werden, um die Lohnlücke zu schließen.