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HR Digital: Anleitung zum selber zu Ende denken

Christoph Athanas, Geschäftsführer der meta HR Unternehmensberatung und Miterfinder der HR BarCamps, wirft einen Blick auf die Titelstory der nächsten Ausgabe.

Ein Mann steht vor einem beleuchteten Flur. Die Lichter sind unscharf.
Bild: gremlin/istock

Digitalisierung. Das Thema ist gefühlt seit zwei Jahren permanent überall auf den Titelblättern. Diesmal also auch in der Märzausgabe der Personalwirtschaft. Ist das gut so? Ja, denn offenbar braucht es hierzu immer noch mehr Infos, mehr Debatte, mehr Learnings, mehr Tools und überhaupt. Die großen Potenziale digitaler (Er-)Neuerungen für den Personalbereich werden allgemein akzeptiert. Über Mittel, Wege und Maße wird gesprochen, manchmal auch gestritten. Das Spektrum reicht von jenen Apologeten, die durch die Digitalisierung den Job des Personalers bedroht sehen und mutmaßen, dass in einigen Jahren Roboter und Algorithmen die Arbeit machen, bis zu solchen Groß-Skeptikern, die wohl anerkennen, dass Digitalisierung stattfindet, darin aber oft wahlweise methodisch Unausgegorenes oder die diabolischen Datenkraken am Werke sehen. Mehrheitlich allerdings fallen die Betrachtungen von Digitalisierung im HR positiv bis zuweilen euphorisch aus. Da ist bei aller so oder so begründeter Aufgeregtheit eine sachliche Analyse und Bestandsaufnahme hilfreich.

Überdenkenswerte Aussagen zur digitalen HR-Organisation

Wolfgang Appel und Michael Wahler, die Autoren des Titels, der ein bearbeiteter Vorabauszug aus ihrem Buch › “Die digitale HR-Organisation” ist, betreiben eine solche sachliche Analyse und vollziehen die HR-Digital-Debatte in Teilen nach. Hilfreich finde ich ihre Erörterung von neuen Kompetenzen und Rollen, welche Personaler im Zuge der Digitalisierung einnehmen werden (müssen). Ich selbst hatte ähnliches vergangenes Jahr in meinem Blog unter dem Titel › “Kulturwandel im Recruiting” auf die Recruiter-Funktion heruntergebrochen. Die Autoren raten aber auch dazu, im Kontext von Digitalisierung als Personaler kritisch aber nicht passiv im Hinblick auf neue Technologie zu sein, Zitat: “Gerade bei der Einführung von IT-Tools sollten wir Experten für Menschen bleiben und uns nicht von der Technikbegeisterung treiben lassen.”

Finde ich an sich ein schönes Statement, doch soooo viel Technikbegeisterung begegnet mir ehrlich gesagt in HR-Kreisen gewöhnlich nicht, wenige stets innovative Personen mal ausgenommen. Daher bin ich nicht sicher, ob die Autoren hier ihren Lesern einen Gefallen tun, wenn sie um noch mehr Skepsis bitten…. Ebenso sagen sie: “Umfassend gedachte und umgesetzte HR-Digitalisierung steht nicht für sich, sondern gibt der Transformation der Gesamtorganisation entscheidenden Schub.” Auch hier glaube ich persönlich wieder einen Super-Lehrbuchsatz zu sehen. Aber Experimentierhaltung sollte meines Erachtens ebenso zum Selbstverständnis von HR-Teams gehören, im Kontext Digital oder anders wo. Denn würden HR-Abteilungen immer nach dem großen, wünschenswerten Digital-Gesamtkonzept fürs ganze Unternehmen schauen und erst dann handeln, wären die meisten Arbeitgeber meiner Ansicht nach bis heute noch nicht mal auf Xing präsent… Ok, jetzt stänkert er, der Athanas, denken Sie jetzt vielleicht. Ja und nein. Ich nenne es eher kreatives Stören. Kaum an einem anderen Inhalt reibt sich die Personalerszene aktuell so sehr. Dazu braucht es Für und Wider. Das findet sich › hier, im Märztitel, kompakt auf zwölf Seiten.

Neben dem Big-Picture gibt es den Blick auf Recruiting-Bots zum Mitdenken

Neben den eher aufs Big Picture bedachten Beiträgen zur HR-Digital-Organisation findet sich in der neuen Ausgabe ebenso eine kurze Betrachtung der Möglichkeiten von Recruiting-Bots. Mein HR-Blogger-Kollege und Personaler Stefan Scheller darf hierzu ein wenig jene digitalen Anwendungsformen kommentieren. Wie von seiner Webseite gewohnt prüft, “mäkelt” und argumentiert er sich durch die verschiedenen Anwendungsfelder von Bots. Kurzes und ebenso gutes Denkfutter, vor allem weil nicht jedes Argument immer voll ausgewogen ist. Da muss man als Leser selber weiterdenken, sich auch Gegenpositionen überlegen – und das ist auch gut so, sag ich mal in Anlehnung an ein berühmtes Berliner Bonmot. Denn den Königsweg zur HR-Digitalisierung gibt es nicht. Umso besser, denn mit Aufgreifen dieses Themas wird HR nämlich wirklich zum vielgeforderten Gestalter. Auf geht´s!

Unser Sneak-Previewer

Christoph Athanas, meta HR Unternehmensberatung

Christoph Athanas ist Gründer und Geschäftsführer der › meta HR
Unternehmensberatung
GmbH mit Sitz in Berlin. Unter seiner Beteiligung
entstanden seit 2014 mehrere wissenschaftlich begleitete
Recruiting-Studien. Er ist zudem Mitinitiator der jährlichen HR
BarCamps, einem nicht-kommerziellen, innovativen HR Konferenzformat.
Seit 2009 schreibt er im › meta HR Blog zu aktuellen HR-Themen und
Recruiting-Trends. 


+++ Weiterlesen zum Thema HR-Digitalisierung:
› Titelstrecke: HR-Digitalisierung? Hier geht’s lang!
› Standpunkt: Die menschlichen Makel der Recruiting-Bots
› Die Ausgabe 03/2018 hier bestellen
+++

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