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So könnte sich ein Gasstopp auf die Arbeitswelt auswirken

Ein anhaltender Gasstopp birgt die Gefahr, Produktionen stillzulegen, sollten Unternehmen nicht zeitig Ersatz für diese Gaslieferungen finden. „Viele Industriebetriebe arbeiten mit Gaserzeugnissen oder benötigen das Gas zur Energiegewinnung“, erklärt Dr. Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfelds Arbeitsmarkt und Arbeitswelt des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW).

Immer wieder übt die russische Regierung Druck auf die deutsche Wirtschaft aus, indem sie Gaslieferungen kurzzeitig stoppt oder drosselt. Die Auswirkungen eines anhaltenden Stopps der Gaszufuhr auf den Arbeitsmarkt wären immens. Lieferketten wären viel stärker gestört als während der Corona-Lockdowns. Denn insbesondere Zuliefererbetriebe aus der energieintensiven Montan- und Chemieindustrie wären betroffen. „Die Folgen lassen sich dann auch nicht mehr mit Kurzarbeit auffangen“, so Stettes. Die Arbeitslosigkeit würde rapide ansteigen.

Unternehmen könnten Produktionsstätten verlagern

Sollte dieses Szenario eintreffen, ist es durchaus möglich, dass Unternehmen ihre Herstellung in Länder verlagern, in denen ihre Ressourcenzufuhr gesichert ist. „Viele Produktionsanlagen wie Öfen müssten ohnehin neu aufgebaut werden, weil sie nicht mehr aufgeheizt werden können“, sagt der Arbeitsmarktexperte.

Auch der deutsche Staatshaushalt würde das spüren. „In besagten Industrien arbeiten viele gut bezahlte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Verdienen diese kein Geld mehr, belaste es das System doppelt: Zum einen, weil mehr Sozialleistungen gezahlt werden müssen und zum anderen, weil weniger Einkommenssteuern erhoben werden können.

Ist Redakteur der Personalwirtschaft und betreut das Magazin als Projektleiter. Er kümmert sich außerdem um die crossmediale Verbreitung der Inhalte. Seine Themenschwerpunkte sind Employer Branding, HR-Software sowie Betriebliches Gesundheitsmanagement.