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Zuversicht der Unternehmen nimmt wieder zu

Zuversicht
Inzwischen blicken die Unternehmen hierzulande wieder optimistischer nach vorn. Foto: © bluedesign-stock.adobe.com

Im Juli bewerteten die Unternehmen hierzulande ihre wirtschaftliche Lage positiver als in den Monaten zuvor. Aufgrund der gestiegenen Zuversicht wollen auch wieder mehr Betriebe ihr Personal aufstocken als reduzieren. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Rahmen der Studie “Betriebe in der Covid-19-Krise” hervor, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vom 5. bis 20. Juli unter mehr als 1.500 privatwirtschaftlichen Unternehmen durchgeführt hat.

Weniger Betriebe negativ von Krise betroffen als 2020 und im Mai

Ende Mai 2020 war noch ein Drittel der deutschen Unternehmen (33 Prozent) in starkem Maße negativ von der Corona-Krise betroffen gegenüber noch gut einem Viertel (27 Prozent) im Mai 2021. 22 Prozent und diesen Mai 20 Prozent gaben an, in geringem Maße betroffen zu sein. 17 Prozent damals und 25 Prozent vor drei Monaten stellten sowohl negative als auch positive Auswirkungen fest. Sechs Prozent sagten, sie seien überwiegend positiv betroffen, ein Jahr später gaben dies acht Prozent an. Der Anteil der Betriebe, die keine Auswirkungen auf die eigene Geschäftstätigkeit wahrnahm, änderte sich von Mai 2020 (21 Prozent) bis Mai 2020 (20 Prozent) so gut wie nicht.

Im Juli dieses Jahres, als der letzte Lockdown schon etwas zurück lag, stellte noch ein Sechstel der Befragten (16 Prozent) starke negative Auswirkungen der Krise fest und weitere 18 Prozent waren in geringem Ausmaß negativ betroffen. Fast ein Drittel (30 Prozent) registrierte gar keine Auswirkungen. Auch der Anteil der Betriebe, auf die sich die Krise positiv ausgewirkt hat, stieg um zwei auf zehn Prozent an. Damit hat sich die Zuversicht der Unternehmen in den letzten Monaten noch etwas erhöht.

Existenzängste in kleinen Unternehmen deutlicher ausgeprägt

Während sich im Mai dieses Jahres noch acht Prozent der Unternehmen akut in ihrer Existenz bedroht sahen, halbierte sich dieser Anteil im Juli auf vier Prozent. Im Gastgewerbe ging der Anzahl der Unternehmen, die von Existenzängsten berichteten, von 30 auf sieben Prozent zurück, was sich mit der Wiederöffnung der Gastronomie erklärt. Generell litten kleine Betriebe stärker unter Existenzängsten als große Unternehmen. Laut IAB-Direktor Bernd Fitzenberger ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass die Liquiditätsreserven je nach Betriebsgröße sehr unterschiedlich sind.

Zwölf Prozent der Betriebe stellen mehr ein als zu entlassen

Der zunehmende Optimismus der Unternehmen spiegelt sich laut IAB auch im Einstellungsverhalten wider. Insgesamt 87 Prozent der Betriebe nahmen weder Neueinstellungen noch Entlassungen vor. Je nach Branche variierte dieser Anteil zwischen 80 Prozent (Gastgewerbe) und 90 Prozent (Baugewerbe). Bei zwölf Prozent der Studienteilnehmer überstiegen die vorgenommenen Neueinstellungen die Entlassungen und bei zwei Prozent (Werte aufgerundet) überwogen die Entlassungen. Im Gastgewerbe gab es die größte Veränderung: 19 Prozent der Unternehmen stellten mehr Personal ein als sie Mitarbeiter entließen. Allerdings hatte diese Branche zuvor auch überdurchschnittlich vielen Beschäftigten gekündigt. Auch bei der Personalpolitik sind Unterschiede je nach Unternehmensgröße festzustellen: Der Anteil der Betriebe, die mehr Mitarbeiter eingestellt als entlassen haben, ist mit 61 Prozent bei Unternehmen ab 250 Beschäftigten am höchsten. Am niedrigsten mit sechs Prozent fällt er bei Kleinbetrieben mit bis zu neun Mitarbeitern aus.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.