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Der studentische Blick auf die Digitalisierung

Vier Studenten mit Smartphones und Tablet lernen zusammen
Studenten von heute gehören zur ersten Generation, die mit Smartphoe & Co aufgewachsen ist.
Foto: © zinkevych-stock.adobe.com

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) hat in Deutschland mehr als 2000  Studenten dazu befragt, wie sie die Digitalisierung sehen. Danach betrachten 91 Prozent der angehenden Absolventen die Digitalisierung als eine Chance für Deutschland – das sind 18 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Gut zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sagen, die Automatisierung mache ihnen Mut. 18 Prozent ist sie egal und 13 Prozent macht die Digitalisierung Angst; der Anteil der besorgten Frauen ist mit 17 Prozent fast doppelt so hoch wie der der Männer (neun Prozent). Angehenden Medizinern macht die Entwicklung am meisten Angst; fast jeder Vierte (23 Prozent) gibt dies an. Auch Geisteswissenschaftler sind mit 21 Prozent überdurchschnittlich besorgt. Am wenigsten ängstlich sind Studenten der Ingenieurwissenschaften und Informatik (jeweils acht Prozent) sowie Jura- und Wirtschaftswissenschaftsstudenten (je elf Prozent).

Männer erwarten eher positive Auswirkungen auf ihre Karriere als Frauen

Was die Auswirkungen der Digitalisierung auf die eigene berufliche Laufbahnbetrifft, so gehen 57 Prozent der Studienteilnehmer davon aus, dass die positiv sein werden. Auch hier zeigt sich eine unterschiedliche Einschätzung je nach Geschlecht: Während von den Männern knapp zwei Drittel (64 Prozent) optimistisch sind, ist bei den Frauen nur jede zweite zuversichtlich. Geschlechtsübergreifend erwarten vor allem die Befragten, die ihre eigene Studienleistung als sehr positiv einschätzen, dass sich der digitale Wandel positiv auf ihre Karriere auswirkt.

Mehrheit der Studenten sieht sich digital gut vorbereitet auf Berufsleben

Mehr als drei Viertel der Studenten (79 Prozent) rechnen damit, dass sich in den kommenden zehn Jahren infolge der Digitalisierung viele Berufsbilder stark verändern werden. 2018 betrug dieser Anteil erst 57 Prozent. Ebenfalls 79 Prozent sagen, dass sie über die nötigen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Werkzeugen für das Berufsleben verfügen. Rund jeder Zweite (52 Prozent) erwartet, dass infolge der Digitalisierung neue Jobs entstehen werden. Fast vier von zehn Befragten (37 Prozent) hingegen denken, dass in großem Stil Jobs verloren gehen werden.

Homeoffice für sechs von zehn Befragten kein Problem

Von allen Befragten gehen 81 Prozent und damit die große Mehrheit davon aus, dass die Corona-Krise das Tempo der Digitalisierung noch einmal beschleunigen wird. 58 Prozent können sich vorstellen, überwiegend im Homeoffice zu arbeiten. Knapp ein Drittel lehnt die überwiegende Arbeit von zuhause aus jedoch ab. Männliche Studenten können sich die Arbeit im Homeoffice eher vorstellen (64 Prozent) als Frauen (52 Prozent). Die Generation Z sei die erste Generation, die in einer digitalen Welt groß geworden ist und ganz selbstverständlich mit Smartphone und Social Media aufgewachsen ist, sagt Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihr seien also die Vorzüge der Digitalisierung bekannt und sie befürworte mehrheitlich das Homeoffice. Hinsichtlich Praktika sind die Studienteilnehmer allerdings skeptischer: 57 Prozent lehnen es ab, diese überwiegend in den eigenen vier Wänden zu absolvieren, während 34 Prozent Praktika, die hauptsächlich zuhause stattfinden, etwas abgewinnen können.

Sämtliche Studienergebnisse stehen > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.