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Studierende bei Berufseinstieg trotz Pandemie optimistisch

Ein symmetrisches Bild eines leeren Hörsaals
Wie schwer macht Corona Hochschulabgängern den Jobeinstieg? Das erforschte die Plattform Jobteaser. Foto: ©beysim/AdobeStock

Gewöhnung an den Ausnahmezustand: Obwohl es in der Pandemiebekämpfung (außer konsequenter Kontaktbeschränkungen) noch keine bahnbrechenden Fortschritte gibt, waren sowohl zukünftige Fachkräfte als auch Unternehmen im September hinsichtlich der personellen Lage zuversichtlicher gestimmt als zu Beginn der Pandemie Anfang des Jahres. Das ergab eine Befragung von knapp 1.600 Studierenden und 38 Unternehmen aus Deutschland und Österreich des Studierenden-Recruitingplattform Jobteaser von 9. bis 28. September.

Während bei der letzten Befragung im April noch 90 Prozent der Studierenden die erwarteten kommenden Entwicklungen mit Sorge betrachteten, gab im September schon ein Drittel der befragten Hochschüler an, sich keine besonderen Sorgen über die Gesamtlage mehr zu machen.

Einschränkungen durch Krise auch für Studierende

So gaben auch nur 20 Prozent aller befragen Studierenden an, dass die Krise Einfluss auf ihre Berufswahl nehme. Im April hatte der Welt noch bei 37 Prozent gelegen. Hier zeigen sich aber Unterschiede: Bei den Studierenden, die mitten im Studium sind und noch mindestens ein Jahr vor dem Abschluss stehen, fühlten sich 60 Prozent bei der Berufsplanung nicht von der Krise beeinflusst. Besonders diejenigen ohne Praxiserfahrung in Praktika schätzten den Einfluss der Krise gering ein. Diejenigen, die gerade an der Schwelle vom Studium in den Berufseinstieg stehen, waren deutlich pessimistischer: Von ihnen fühlten sich nur 15 Prozent nicht von der Krise beeinträchtigt.

In die Uni oder Fachhochschule dürfen viele Studierende nicht. Rund jeder Dritte gab an, ausschließlich Remote-Lehr- und Lern-Formate nutzen zu können. Auch finanziell trifft die Krise Studierende durchaus: So mussten etwa 30 Prozent finanzielle Engpässe im Studentenleben hinnehmen.

Hoffnung auf Career Services der Hochschulen

Unterstützung bei der Jobsuche erwarten die Studierenden zunehmend von den Berufsorientierungsangeboten, den Career Services, ihrer Hochschulen. Mehr als jeder zweite der befragten Studierenden wünschte sich, dass er persönlich beraten und seine individuellen Chancen auf dem Arbeitsmarkt evaluiert werden und er auf Bewerbungen vorbereitet wird. Rund 40 Prozent wollten besser darüber informiert werden, welche akademischen Leistungen für ihre Jobmöglichkeiten tatsächlich relevant sind.

Auch Praktika sind bei Studierenden eine beliebte Möglichkeit, um eine Vorstellung von der Berufswelt zu bekommen – auch hier macht Corona einigen einen Strich durch die Rechnung: 30 Prozent der Befragten gaben an, einen Praktikumsplatz gehabt zu haben, den ihr Unternehmen aber aufgrund der Krise wieder abgesagt hat.

32 Prozent derjenigen, die aktuell keinen Praktikumsplatz haben, wünschten sich, dass der Career Service seine Kontakte zu Absolventen und ihren jetzigen Unternehmen besser nutzt, um mehr Coachingangebote anzubieten. Die Glücklichen, die ein Praktikum machen können, wollen noch mehr Möglichkeiten direkt aufgezeigt bekommen: 65 Prozent von ihnen wünschten sich vom Career Center mehr konkrete Jobangebote wie Praktika und Werkstudentenstellen.

HR-Abteilungen in Unternehmen weiter gefragt

Auf Unternehmensseite sind die Aussichten ambivalent. Zwar gaben 95 Prozent der Unternehmen an, dass sie Krise sie aktuell betrifft oder in absehbarer Zeit betreffen wird – über ein Drittel rechnete sogar mit “starken” oder “sehr starken” Auswirkungen. Gleichzeitig gingen im September etwa 60 Prozent der befragten Firmen davon aus, dass der Personalbedarf wieder zunimmt. Bei der letzten Befragung im April lag der Wert noch bei 41 Prozent.

Wichtig ist vielen Unternehmen jedenfalls, ihre HR-Abteilung weiter leistungsfähig zu halten. 95 Prozent der befragten Unternehmen waren optimistisch, ihre grundsätzlichen HR-Aktivitäten auch in der Krise komplett oder wenigstens teilweise aufrechterhalten zu können. 45 Prozent sagten außerdem, dass ihr Budget nach wie vor auf Vorkrisenniveau liegt.

Die HR-Abteilungen brauchen ihrerseits aber auch Unterstützung vom Unternehmen – besonders was strategische Informationen angeht. Fast jedes dritte Unternehmen sagte, dass seine HR-Abteilung sich wüscht, mit mehr Inhalten zum akutellen Marktumfeld für Personalwirtschaft versorgt zu werden, etwa zu den Wechselwirkungen von Bewerbermarkt und Pandemie. Allgemein brauchten 32 Prozent mehr Unterstützung bei speziellen Recruiting-Formen wie Talent Recruiting, Data-driven Recruiting oder Webinaren. 29 Prozent wollten Live-Formate etablieren und brauchen dafür zusätzliches Wissen.

Die Befragung fand im September statt, also vor den aktuellen, “Lockdown Light” genannten Einschränkungen.

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