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Mitarbeiter wollen Eigenverantwortung bei Weiterbildung

Eine Frau steht vor einem Bildschirm vor eine Gruppe Zuhörer
Weiterbildungsformate in Präsenz: Beschäftigte wünschen sie sich, erwarten aber, dass sie in Zukunft seltener werden. Bild: © NDABCREATIVITY/AdobeStock

69 Prozent der Befragten Mitarbeiter und Führungskräfte aus verschiedenen Hierarchieebenen sagen, dass in ihrem Unternehmen Weiterbildung bis 2025 an Bedeutung gewinnen wird. Das ergibt die Studie “Weiterbildung 2025”, die die Management-Beratung HR Pepper zusammen mit der Bitkom-Akademie durchgeführt hat.

Die steigende Relevanz zeigt sich auch beim Budget: 52 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihre Firma 2025 mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter stecken wird. 49 Prozent erwarten, einen größeren Anteil ihrer Arbeitszeit mit Qualifizierungsmaßnahmen zu verbringen.

Corona könnte Weiterbildung beschleunigen

Diese Erwartungen verwundern angesichts des Status quo nicht: Nur knapp die Hälfte der Befragten geben an, dass ihr Unternehmen aktuell schon Weiterbildung zur strategischen Befähigung seiner Mitarbeiter einsetzt. In den vergangenen Monaten seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zeigt sich aber eine bemerkenswerte Tendenz: Obwohl 72 Prozent der Befragten angeben, dass sich das Weiterbildungsbudget ihrer Firma in dieser Zeit nicht verändert hat und es nur bei 8 Prozent gestiegen ist, hat sich der Anteil von Weiterbildung an der Arbeitszeit bei 31 Prozent der Befragten erhöht. Es scheint, als würden die Auswirkungen der Pandemie Weiterbildungsmaßnahmen beschleunigen.

Besonders kostenlose Online-Seminare waren in den letzten Monaten beliebt, fast 90 Prozent der Befragten haben an solchen Formaten teilgenommen. Auch kostenlose Webkonferenzen (68 Prozent) und Workshops (49 Prozent) waren gefragt. Kostenpflichtige Formate hingegen nutzten deutlich weniger der Befragten: 16 Prozent bezahlten für ein Online-Seminar, 5 Prozent für eine Webkonferenz und 21 Prozent ließen sich einen Workshop etwas kosten. Die schlechte Nachricht: Zufrieden mit den Angeboten in der Corona-Zeit waren nicht alle. 46 Prozent der Befragten sagen, sie seien mit den von ihnen genutzten Weiterbildungsangeboten nicht oder nur teilweise zufrieden gewesen.

Neue Rahmenbedigungen

Der Schwerpunkt der Studie liegt allerdings auf dem Ausblick auf die nächsten fünf Jahre. Die Befragten erwarten veränderte Rahmenbedingungen: 61 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen in fünf Jahren geringer ist und Lernformate deshalb kürzer werden. Zudem erwarten sie – wohl auch unter dem Eindruck der Corona-Arbeitswelt – zu 59 Prozent, dass die Anzahl an Präsenzfomaten abnehmen wird. Auf dem Arbeitsmarkt rechnen 58 Prozent mit einer Verschärfung des War for Talents. Hingegen halten deutlich weniger Befragte halten für realistisch, dass 2025 durch Künstliche Intelligenz (KI) personalisierte Lernformate eingesetzt (40 Prozent) und flächendeckend Virtuelle-Realität-Anwendungen genutzt werden (40 Prozent).

Dass die Befragten diese Entwicklungen realistisch erwarten, heißt nicht, dass sie sie gut finden – im Gegenteil. Weniger Präsenzformate wünschen sich nur 27 Prozent, im Umkehrschluss wollen sich 83 Prozent bei der Weiterbildung persönlichen Kontakt erhalten. Auch den KI-Einsatz bei der Personalisierung von Weiterbildung finden nur 34 Prozent der Befragten gut.

Wichtigster Wunsch: Eigenverantwortung

Der wichtigste Wunsch der Befragten bei der Weiterbildung der Zukunft ist Eigenverantwortung: 75 Prozent sagen, dass sie ihr Lernen selbst organisieren wollen und Ansprechpartner im Unternehmen sie dabei als Ratgeber unterstützen. Rang zwei, von 63 Prozent genannt, zielt in eine ähnliche Richtung: Sie wünschen sich, dass Weiterbildung integraler Bestandteil des Lebensstils wird und berufliches und privates Wachsen zunehmend verschwimmen. Die Ausgangsposition für selbstbestimmte Weiterbildung im Status quo ist dabei vielversprechend: 70 Prozent der Befragten sagen, dass schon heute die Verantwortung für ihre Weiterbildung bei den Angestellten liegt.


Zugang zu den Studienergebnisse können Sie › hier anfordern