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Wie Führungskräften der Wandel gelingt

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Eine aktuelle Studie zeigt auf, wie Führungskräften die digitale Transformation im Unternehmen fördern könnnen.
Foto: © designer491/StockAdobe

Wie sieht verantwortungsvolle Personalführung und Talententwicklung im digitalen Wandel aus und inwiefern wird sie schon umgesetzt? Eine Studie identifiziert derzeitige Schwachstellen, unter anderem in Sachen Innovations- kultur, und zeigt Lösungsansätze auf.

Um die digitale Transformation erfolgreich durchzuführen, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig, so die Studie “Leading Insights”, für die das Center for Creative Leadership (> CCL) mehrere hundert Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder aus 65 Ländern befragt hat. Aus den Befragungsergebnissen kristallisieren sich sieben Herausforderungen und Notwendigkeiten – von CCL als Trends bezeichnet – heraus, die die zukünftige Personalentwicklung nachhaltig beeinflussen.

Führungspositionen nicht zufällig besetzen

Fast jeder zweite Manager in führenden Unternehmen wird von seinen Vorgesetzten als ineffektiv beschrieben. Bei der Besetzung von Führungspositionen mit Top-Spezialisten ohne Managementerfahrung werde oft vergessen, dass Fachkenntnisse und Leistungsfähigkeit nicht ausreichen, um Teams anzuführen und zu begleiten, so die Studie. So geben 60 Prozent der Führungskräfte in der ersten Führungsebene an, niemals ein Training für ihre neue Funktion im Unternehmen erhalten zu haben.

Widerstandsfähigkeit im Wandel verbessern

Lediglich 60 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Unternehmen bereit und fähig ist, einen strukturellen Wandel zu vollziehen, um auf dem Weltmarkt zu bestehen. In 50 bis 70 Prozent der Fälle scheitern Transformationsprozesse. Daher müssen Führungskräfte ihre Widerstandsfähigkeit verbessern, um besser auf Veränderungsprozesse reagieren zu können, so die Studie.

Digitale Kompetenzen aneignen

55 Prozent der Befragten sagen, dass ihre Organisation nicht über die nötigen Kenntnisse verfügt, um den digitalen Wandel anzuführen. Dabei arbeiten schon heute 85 Prozent der globalen Teams virtuell zusammen, 40 Prozent treffen sich nie persönlich. Es gelte darum sicherzustellen, dass Führungskräfte über die erforderliche digitale Kompetenz verfügen.

Veränderungen annehmen

Fast alle Studienteilnehmer (94 Prozent) sind der Ansicht, dass Innovationen unabdingbar für unternehmerischen Erfolg sind. Aber lediglich 14 Prozent bestätigen ihrem Unternehmen eine wohlwollende Innovationskultur. Statt auf Veränderungsprozesse zu reagieren, müssten Führungskräfte Innovationen und Innovatoren im Unternehmen annehmen und die eigene Lernfähigkeit kontinuierlich verbessern, lautet die Schlussfolgerung.

Weibliche Führungskräfte fördern

Eine weitere Forderung der Studienautoren besagt, dass zukunftsorientierte Unternehmen eine Unternehmenskultur schaffen müssen, die weibliche Führungskräfte fördert. Dadurch würde nicht nur das Geschäftsergebnis eines Unternehmens verbessert, sondern es nehme auch die Wahrscheinlichkeit von Burnouts ab, sowohl bei weiblichen als auch männlichen Mitarbeitern.

Regelmäßige Check-in-Gespräche und Feedback statt jährlicher Personalgespräche

Statt jährlicher Personalgespräche sollten Unternehmen fortwährendes Talent Coaching für ihre Mitarbeiter und Führungskräfte einführen, um rechtzeitig auf schnell auftretende externe Wandlungsprozesse reagieren zu können und die Leistung der Mitarbeiter zu verbessern. Dabei sei datengestütztes Feedback Voraussetzung für effizientes Coaching.

Unternehmenskultur verändern

62 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass ein kultureller Wandel im Unternehmen am schwierigsten zu steuern sei. Um die Transformation des Unternehmens zu beschleunigen, müsse aber ein kultureller Wandel erfolgen, so die Studie. Dabei seien es vor allem Führungskräfte selbst, die mit ihrer Leadership-Kultur diesen Wandel im gesamten Unternehmen zum Erfolg führen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.