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Studierende wollen im ersten Job Trubel

Open Office mit vielen Arbeitsplätzen in einem Loft
Im Open Office – vielleicht am liebsten in einem Loft? – stellen sich Studierende den idealen Arbeitsplatz für den Jobeinstieg vor.
Foto: © virtua73/Fotolia.de

Derzeit liegen die lange verschmähten Großraumbüros wieder im Trend, einige Unternehmen stellen ihre Arbeitsplatzkonzepte wieder in diese Richtung um. Als Argumente werden von Arbeitgebern neben Kostenersparnis vor allem bessere Kommunikation und mehr Wissensaustausch genannt. Einigen Studien zufolge ist die Arbeit im Open Office jedoch für Mitarbeiter psychisch und physisch belastend und sogar krankmachend. Die Spannbreite der Nachteile reicht von unterschiedlichen Ansprüchen an die Raumtemperatur über einen hohen Lärmpegel und störende Essensgerüche bis zu dem Gefühl, ständig unter Kontrolle zu stehen und keinerlei Privatsphäre zu haben. Laut einer aktuellen Befragung von > PrintPeter sind Großraumbüros unter den Studierenden hierzulande als künftiger Arbeitsplatz jedoch am beliebtesten. Für die Untersuchung wurden deutschlandweit 5328 Studierende zu ihren Anforderungen an künftige Arbeitgeber befragt.

Drei Viertel der Studierenden möchten später im Großraumbüro arbeiten

Gefragt nach dem idealen Arbeitsplatz, gaben fast drei Viertel (73 Prozent) der Studierenden und damit die große Mehrheit an, dass ein Großraumbüro für sie den idealen Arbeitsplatz darstellt. Dabei bevorzugt etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) einen zugewiesenen Schreibtisch. 21 Prozent mögen Flexibilität und sind für Open Workspaces ohne festen Sitzplatz. Das klassische Büro ist lediglich für etwas mehr als ein Viertel (27 Prozent) der beliebteste Arbeitsplatz als Berufsanfänger. Elf Prozent davon würden sich das Büro am liebsten mit einem Kollegen teilen. Neun Prozent können sich vorstellen, in einem Team mit bis zu vier Mitgliedern zu arbeiten. Für sieben Prozent bieten Einzelbüros die optimalen Arbeitsbedingungen. PrintPeter interpretiert die Beliebtheit der Großraumbüros unter Studierenden so, dass diese Generation darin mehr Vorteile als Nachteile sieht. Vor allem Berufsanfänger würden viel netzwerken, besonders viel Wert auf Geselligkeit legen und den Austausch und die Kommunikation mit Kollegen schätzen.

Mittlere und kleine Betriebe beliebter als große Unternehmen

Und in welchen Unternehmen möchten die jungen Menschen nach dem Studium arbeiten? Die Befragung zeigt, dass bei den Young Professionals und potenziellen Führungskräften von morgen mittelständische Unternehmen wieder an Bedeutung gewinnen. Die Mehrheit (28 Prozent) der Studierenden möchte nach dem Abschluss am liebsten in einem Unternehmen mittlerer Größe arbeiten. Nur etwas weniger, 24 Prozent, bevorzugen sogar kleine Betriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern. Großunternehmen ab 250 Angestellten stehen mit 21 Prozent erst an dritter Stelle der beliebtesten Arbeitgeber. Knapp jeder fünfte Befragte (19 Prozent) gab an, dass er sich nach dem Studium selbstständig machen will. Schlusslicht unter den begehrtesten Unternehmensformen sind Kleinstunternehmen mit lediglich bis zu neun Beschäftigten; dort möchten nur acht Prozent in die Berufswelt starten.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.