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Neue Plattform: Niederschwellig mit Studierenden “matchen”

Eine Person tippt auf einen Handybildschirm, auf dem ein Herz abgebildet ist.
Passt sie – oder passt sie nicht? Bei Talentbay sollen Studierende keinen Partner, sondern eine passende Fachabteilung “matchen”. Foto: ©oatawa/AdobeStock

Recruiting nach der “Methode Tinder”: Fachabteilungen von Unternehmen suchen fähigen Nachwuchs und stellen sich auf einem bildschrimgroßen Profil kurz mit Text und Bildern vor (siehe Abbildung unten rechts). Diese Profile werden dann Studierenden und Doktoranden angezeigt, die laut der Berechnung eines KI-Algorithmus passende Qualifikation aufweisen und für die eine Mitarbeit im dem Team interessant sein könnte.

Auf diese Weise soll die neue Plattform “Talentbay” Unternehmen ermöglichen, einfach mit talentiertem Nachwuchs in Kontakt zu kommen. Eine › Beta-Version soll nun an den Start gehen und bereits Profile von rund 600.000 Studierenden beinhalten – darunter zirka
100.000 Doktoranden.

Screenshot einer Teamcard von Talentbay
Mit solchen “Team-Cards” stellen sich Unternehmen und Fachabteilungen bei von der KI als passend erkannten Studierenden vor. Pressefoto: Talentbay

Vor allem junge Talente für Wachstumsbranchen wie IT, Biotech, Ingenieurwesen, Medizintechnik und Medizin sind laut den Machern dabei.

Matches zwischen Hochschülern und Fachabteilungen findet der eingesetzte selbstlernende Algorithmus über Faktoren wie die Universität des potenziellen Kandidaten, seinen Studiengang, dem fachlichen Schwerpunkt seiner Seminare und Studienarbeiten, seinen akademischen Interessen
und den Professoren, bei denen er an der Uni lernt. “Deutlich mehr Kriterien also als ein Standard-Lebenslauf oder Profile auf Business-Netzwerken”, betont das Unternehmen. Für die Auswertung kooperiert “Talentbay” zum Start mit Opencampus (Eigenschreibweise: OpenCampus), einer Software, über die Hochschulen ihre Prozesse verwalten und Studierende ihr Studium organisieren können. Die Software nutzen unter anderem die TU München, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Berliner Charité-Universitätsmedizin. Die Gradugreat GmbH (Eigenschreibweise: GraduGreat), die hinter der Marke “Talentbay” steht, hat ihren Unternehmenssitz an der selben Münchner Adresse wie Opencampus.

Führungspersonal mit großer Branchenerfahrung

“Talentbay” schreibt sich auf die Fahnen, Führungspersonal mit großer Branchenerfahrung zu haben. Gesellschafter und kommissarische Geschäftsführer von Gradugreat sind Marcus Otto und Michael Wenglein. Ersterer hat den Cloud-Telefonie-Anbieter Nfon mitgegründet und ist langjähriger Berater und Investor von Opencampus. Wenglein war Mitgründer des Immobilien-Start-ups Propertybase und investiert als Seed-Investor in frühen Gründungsphasen in verschiedene Unternehmen. Zu Beginn des neuen Jahres übernimmt Marc Irmisch-Petit die Geschäftsführung. Er war Europa-Chef des des Karriereportals Monster.de (zum kurzen Lebenslauf › hier).

Unternehmen bezahlen für Matches

Talentbay verspricht für Studierende wie für Unternehmen eine “Win-Win-Situation”. Durch die Nutzung sollen Unternehmen langwierige Recruiting-Prozesse umgehen können, die sogenannten “High
Potentials” bekommen mit dem ersten Kontakt einen authentischen Eindruck vom Team. Der Kontakt mit dem Fach-Experten kommt erst dann zu Stande, wenn der Studierende das Anforderungsprofil erfüllt und beide Seiten zustimmen. Hochschüler können die App kostenlos nutzen, Unternehmen müssen pro bestätigtem Match 50 Euro bezahlen.

Die Talentbay-Macher haben große Ziele: Sie wollen den europäischen Technologiemarkt wettbewerbsfähig halten. “Mit Talentbay verschlanken wir den Recruitingprozess gleich im ersten Schritt und bauen Einstiegshürden für Bewerber ab. Was für den amerikanischen Markt bereits eine Selbstverständlichkeit ist, möchten wir nun in Europa etablieren”, sagt Mitgründer Weglein. Irmisch-Petit erzgänzt: “Wir möchten wir einen Beitrag leisten, damit High Potentials ihren Traumjob hier in Deutschland finden und nicht ins Silicon Valley
auswandern.”