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Telekom-Chef fordert Beschäftigte zu mehr Anwesenheit im Büro auf

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, hat die Beschäftigten des Unternehmens in einem Zeitungsinterview aufgefordert, wieder häufiger ins Büro zu kommen. „Wir brauchen den persönlichen Austausch“, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Viele Menschen unterschätzten, was sie für ihre Kollegen zwischenmenschlich bedeuten und wie wichtig auch persönliche Netzwerke seien.

Die geltenden Homeoffice-Regeln will Höttges aber bestehen lassen. „Natürlich können Beschäftigte weiter im Homeoffice bleiben, wenn sie in Ruhe an etwas arbeiten“, sagte der 59-Jährige in dem Interview. Allerdings sei die Möglichkeit zur Arbeit im Homeoffice auch ein Privileg: „Gut 20.000 unserer Beschäftigten sind täglich draußen bei den Menschen. Die haben keine Chance auf Homeoffice.“

Die Telekom ist nicht das erste große Unternehmen, bei dem die Mitarbeitenden aufgefordert werden, wieder häufiger ins Büro zu kommen. So sagte Deutsche-Bank-Personalchef Michael Ilgner schon beim Deutschen HR-Summit im vergangenen Herbst: „Wir haben aber für uns festgelegt, dass das Büro auch in Zukunft der zentrale Ort bleiben muss.“ Mehrere amerikanische Tech-Unternehmen gehen sogar noch weiter und verpflichten ihre Mitarbeitenden, wieder ins Büro zu kommen. Unter anderem Apple sorgte mit seiner Ankündigung vor einigen Wochen für Kopfschütteln und Ärger, ähnlich wie Tesla-Chef Elon Musk, der in einer E-Mail die Pflicht zur Büroanwesenheit für 40 Stunden in der Woche ausrief.

Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die schon im vergangenen Jahr ankündigten, in Zukunft die Bedürfnisse der Teams und Mitarbeitenden zum Maßstab zu nehmen und keine Vorgaben zu machen. So implementierte unter anderem der Telekom-Konkurrent Vodafone im vergangenen Jahr eine „Full Flex Office“-Regelung, nach der Mitarbeitende grundsätzlich so viel von zu Hause arbeiten dürfen, wie sie für richtig halten – natürlich in Absprache mit ihrem Team beziehungsweise Vorgesetzten.

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Homeoffice

Der Scheinanglizismus „Homeoffice“ bezeichnet das (gelegentliche) Arbeiten von zu Hause, also in privaten Räumlichkeiten. Oft sind aber auch sogenannte Work-from-home-Regelungen gemeint, bei denen private Geräte und Materialien genutzt werden. Verwandt ist auch das Konzept des mobilen Arbeitens. Rechtlich ist der Begriff nicht klar abgegrenzt, im Gegensatz zur verwandten Telearbeit.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.