Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Transformations-Chefs sind selten

Den meisten Firmen fehlt ein Digital-Chef, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.
Bild (CCO): pexels.com
Den meisten Firmen fehlt ein Digital-Chef, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.
Bild (CCO): pexels.com

Nur elf Prozent der Firmen hierzulande haben derzeit einen Hauptverantwortlichen für die Digitalisierung von Geschäftsmodellen und -prozessen. Die große Mehrheit der Unternehmen will daran auch erst einmal nichts ändern: Lediglich sieben Prozent planen, in den kommenden zwölf Monaten die Position eines Chief Digital Officers (CDO) einzurichten.

Wenn Digitalisierungsverantwortung, dann meist auf Führungsebene

In den Unternehmen, die bereits die Position eines Digital-Verantwortlichen geschaffen haben, ist diese mehrheitlich auf der Führungsebene angesiedelt: 56 Prozent der Verantwortlichen für Digitalisierung sind Führungskraft, ein Drittel ist Spezialist oder Experte und elf Prozent Geschäftsführer oder Vorstand. Der typische Digital-Chef arbeitet erst seit knapp drei Jahren in dieser Position, hat einen Hochschulabschluss und verantwortet in der Regel den Digitalisierungsprozess für ein Land, in dem sein Unternehmen tätig ist. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Studie von > Kienbaum. Für die Studie wurden mehr als 80 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt.

Spannender Job auf Zeit

Nach Ansicht von Fabian Kienbaum, geschäftsführender Gesellschafter von Kienbaum, ist der Job des Chief Digital Officers im Moment weltweit einer der spannendsten.

Die digitale Transformation von Unternehmen ist ein Prozess. Deshalb ist auch die Rolle des Digital-Chefs prozesshaft zu verstehen, denn im Idealfall macht er sich nach ein paar Jahren überflüssig,

so Kienbaum. Wenn die Digitalisierung des Geschäftsmodells und wichtiger Prozesse vollzogen sei, werde der Digitalverantwortliche in einem anderen verwandten Ressort die Hauptverantwortung übernehmen.

Transformation oft bereichsübergreifendes Thema

Viele Unternehmen ohne sogenannten Transformer in Chief gehen das Thema Digitalisierung bislang dezentral an: 48 Prozent haben die Verantwortung keiner speziellen Abteilung zugeordnet. Wenn das Thema doch in der Verantwortung eines bestimmten Bereichs liegt, ist in der Regel die IT gefragt: 35 Prozent der befragten Firmen siedeln dort die Zuständigkeit für die Digitalisierung an. Laut Fabian Kienbaum ist jedoch ein klarer Verantwortlicher notwendig, der das gesamte Thema steuert und vorantreibt. Außerdem sei es ein innovativer Ansatz, eine Digital Unit aufzubauen – eine separate Einheit neben der Organisationsstruktur des Unternehmens, die Digital-Projekte entwickelt und vorantreibt.