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Trend zu weniger Überstunden

Bald ein Bild der Vergangenheit? Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass die Überstunden hierzulande zurückgehen. 
Foto: © Creativa Images/Fotolia.de
Bald ein Bild der Vergangenheit? Auf jeden Fall zeichnet sich ab, dass die Überstunden hierzulande zurückgehen.
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Mehr als drei Viertel der Berufstätigen hierzulande (77 Prozent) haben Arbeitsverhältnisse mit einer Wochenstundenbasis von 36 bis 40 Stunden. Knapp die Hälfte davon arbeitet länger als die vertraglich vereinbarten 40 Stunden. 41 Prozent bleiben bis zu fünf Stunden länger bei der Arbeit und für 14 Prozent sind fünf bis zehn Überstunden die Regel. Die gesetzlich vorgeschriebene Obergrenze von 48 Stunden Wochenarbeitszeit wird von mehr als fünf Prozent überschritten. Das zeigt der “Arbeitszeitmonitor 2016” von Compensation Partner. Die Vergütungsanalysten untersuchten dafür in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 256.347 Datensätze und ermittelten die Arbeitszeiten, den Überstundenausgleich und die Urlaubstage von Arbeitnehmern in Deutschland.

Rückgang der Mehrarbeit um 14 Prozent

Allerdings sind inzwischen weniger Beschäftigte von längeren Arbeitszeiten betroffen: Während 2015 noch insgesamt 63 Prozent der Arbeitnehmer Überstunden leisteten, sank die Zahl in diesem Jahr auf 61 Prozent. Die Überstunden selbst werden auch weniger und sind um 14 Prozent zurückgegangen. Im Schnitt arbeiteten die deutschen Beschäftigten im letzten Jahr 3,73 Stunden länger in der Woche, während es 2016 nur noch 3,21 Stunden sind.

Unternehmensberater arbeiten am längsten

Die Berufsgruppe mit den meisten Überstunden sind Unternehmensberater. Sie kommen auf durchschnittlich 5,5 Stunden zusätzliche Arbeit. Doch auch bei ihnen haben die Überstunden abgenommen: 2015 waren es noch sechs Stunden. Auf dem zweiten Platz folgen Angestellte im Bereich der Konsum- und Gebrauchsgüter mit 4,9 Überstunden gegenüber 5,2 Stunden im letzten Jahr. Den dritten Platz in der Überstundenskala nehmen Mitarbeiter in der Kosmetikbranche ein. Sie leisten dieses Jahr 4,4 Stunden Mehrarbeit; 2015 waren es noch 5,2 Überstunden.

Der typische Überstundenmacher ist älter und männlich

Mitarbeiter unter 20 Jahren arbeiten durchschnittlich bis zu zwei Stunden pro Woche länger, während 40- bis 49-Jährige auf rund 3,7 Überstunden kommen (2015 waren es noch 4,2 Stunden). Der Grund für die Mehrarbeit ist, dass sie oft höhere und verantwortungsvollere Positionen bekleiden. Außerdem machen Männer mehr Überstunden als Frauen. In der Gruppe mit bis zu fünf zusätzlichen Stunden in der Woche kommen Frauen auf 39 Prozent, Männer auf 61 Prozent. Beschäftigte mit 26 bis 30 Überstunden pro Woche sind dagegen zu 80 Prozent männlich. Darüber hinaus gibt es eine Korrelation zwischen Verdienst und Zahl der Überstunden: Je höher das Gehalt, desto mehr Überstunden werden geleistet und desto weniger Ausgleich gibt es dafür.

Weniger Zusatzleistung bei mehr Ausgleich

Über die Hälfte der Arbeitnehmer bis 39 Jahre hat mehrheitlich die Möglichkeit, Überstunden auszugleichen. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Überstundenausgleich leicht gestiegen. Insgesamt geht der Trend in Richtung weniger Überstunden.

Einige Unternehmen gewähren ihren Mitarbeitern mittlerweile völlige Zeitkontrolle. Es zählen Produktivität, Ergebnisse, aber eben auch das Wohlbefinden für Beschäftigte und das wird sich in den kommenden Jahren immer stärker herauskristallisieren,

sagt Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner.

Die komplette Studie “Arbeitszeitmonitor 2016” steht zum > Download zur Verfügung.