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Umfrage: Altersdiskriminierung im Recruiting weit verbreitet

Viele Personalerinnen und Personaler ziehen bei der Rekrutierung eine Altersgrenze. Das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Appinio im Auftrag von indeed. Dabei gab mehr als die Hälfte (58 Prozent) der 400 befragten Personalerinnen und Personaler an, dass Bewerberinnen und Bewerber ab einem bestimmten Alter zu alt für ihr Team oder ihr Unternehmen seien. Knapp die Hälfte von ihnen (28 Prozent) zog diese Grenze bei 60 Jahren, weitere 20 Prozent bei 55. Für einige wenige (4 Prozent) der Befragten sind schon Menschen jenseits der 35 zu alt.

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Da überrascht es wenig, dass die ebenfalls befragten potenziell von Altersdiskriminierung Betroffenen – also Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 45 – häufig Erfahrungen mit Benachteiligungen machen: 45 Prozent fühlen sich zumindest manchmal aufgrund ihres Alters benachteiligt, 15 Prozent sogar sehr häufig. Wenig überraschend steigt der Anteil der Menschen mit entsprechender Altersdiskriminierungserfahrung mit zunehmendem Alter: Liegt er bei den „jüngeren Alten“ zwischen 45 und 54 Jahren bei 43 Prozent, steigt er bei den 55- bis 64-Jährigen auf 50 Prozent.

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Rund 60 Prozent der befragten Beschäftigten geben zudem an, sich von einer Stellenanzeige mit einer Formulierung wie „junges Team“ nicht angesprochen zu fühlen. Solche Floskeln sind nach wie vor sehr verbreitet: Gut die Hälfte der Personalerinnen und Personaler hat solche Formulierungen nämlich schon einmal benutzt. Eine solche Formulierung kann dabei sogar gegen das Gesetz verstoßen, muss es aber nicht, wie das LAG Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr feststellte.

Mögliche Gründe, wieso ältere Bewerberinnen und Bewerber benachteiligt werden, liefert die Umfrage ebenfalls. So gaben 41 Prozent der befragten Personaler an, dass ältere Beschäftigte oft Probleme mit jungen Vorgesetzten hätten. Jeweils von einem Drittel der HR-Profis wurden als „negative Eigenschaften von älteren Beschäftigten“ genannt, dass sie häufiger krank seinen als junge Beschäftigte, ihr Wissen veraltetet sei und sie unflexibel seien.

An einer Stelle stimmen die Ergebnisse aber positiv: Immerhin ein Drittel der befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat den Eindruck, bei den Bewerbungen vom aktuellen Fachkräftemangel zu profitieren und häufiger zu Vorstellungsgesprächen eingeladen zu werden.

Ist Chef vom Dienst der Personalwirtschaft Online und kümmert sich unter anderem um die Themenplanung der Webseite. Texte schreibt er vor allem über Themen aus den Bereichen Arbeitsrecht, Digitalisierung und dem Mittelstand.