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Unternehmen gehen Transformation überstürzt an

Nullen und Einsen, verschwommen dargestellt wie in einem Strudel
Überhastet und nur mit verschwommenen Zielen – so stürzen sich viele Unternehmen auf die Digitalisierung.
Foto: © 3dkombinat/StockAdobe

Zahlreiche Unternehmen sind sich nicht klar darüber, worauf sie sich im technologischen Wandel zuerst konzentrieren sollen. Acht von zehn Führungskräften (82 Prozent) geben an, dass sie ihre internen Geschäftsprozesse nicht überprüfen, um erkennen zu können, welche Prioritäten gesetzt werden müssen, bevor sie die Ziele und KPIs der Transformation festlegen. Auch weiß fast jeder zweite Manager (45 Prozent) nicht, wo er bei der Entwicklung einer Transformationsstrategie ansetzen soll – in Deutschland sind es sogar 58 Prozent. Das sind Ergebnisse der Studie “Kroker’s Look @ IT” von Celonis. Dafür wurden im Januar dieses Jahres 1009 Business-Analysten und 1002 C-Level-Führungskräfte aus Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und den USA befragt.

Keine Klarheit über interne Geschäftsprozesse

Dass nur eine Minderheit vor der Festlegung von Zielen die internen Geschäftsprozesse prüft, liegt laut Studie unter anderem daran, dass häufig unklar ist, wie die notwendigen Informationen überhaupt sichtbar gemacht werden können. Zwei Drittel (65 Prozent) der Manager sagten, sie würden sich bei der Umsetzung der Transformationsstrategie sicherer fühlen, wenn sie ein besseres Bild davon hätten, wie die Prozesse in ihrer Organisation tatsächlich ablaufen.

Jedes dritte Unternehmen bezeichnet Transformationsinitiativen als Zeitverschwendung

Die unzureichende Planung der Umgestaltungsinitiativen führt dazu, dass viele Unternehmen erhebliche Ressourcen verschwenden. Tatsächlich denkt mehr als jede zweite befragte Führungskraft (56 Prozent), dass die Transformationsprogramme ihres Unternehmens Zeitverschwendung waren. Dabei hat über ein Drittel der befragten Firmen (36 Prozent) in den letzten zwölf Monaten mehr als 500 000 US-Dollar für Transformationsinitiativen ausgegeben. Damit gehen die Firmen das Risiko ein, enorme Kosten ohne erkennbaren Gewinn zu verursachen.

Top-down-Strategien beeinträchtigt den Erfolg

Dass Transformationsinitiativen nicht zum Erfolg führen, hat laut Studie noch andere Gründe als die schlechte Planung: Die Führungskräfte nutzen das Fachwissen ihrer Mitarbeiter zu wenig. Die Ergebnisse zeigten eine Diskrepanz zwischen denjenigen, die die Transformationsstrategien entwickeln, und denjenigen, die sie ausführen: Rund sechs von zehn Managern (58 Prozent) gaben an, dass die Mitarbeiter nur dann in Transformationsinitiativen involviert sind, wenn das mittlere Management oder Berater ihnen vorgeben, welche Änderungen sie vornehmen müssen. Außerdem sagten rund vier von zehn der befragten Wirtschaftsanalysten (39 Prozent), dass sie nicht regelmäßig zur Umsetzung der Transformationsprogramme befragt werden.

Der vollständige Report kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.